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Organtransplantation: Geklonte Schweine
sollen helfen
Mit gentechnisch veränderten
und geklonten Schweinen wollen amerikanische Forscher die Transplantation
tierischer Organe auf den Menschen vorantreiben.
Blacksburg/Washington (dpa) -
Zwei Arbeitsgruppen gaben fast gleichzeitig bekannt, das Erbgut
von Schweinen gezielt geändert zu haben, um die sonst übliche
Immunabwehr beim Menschen zu umgehen.
Über diesen Erfolg berichtet
ein Team um Randall S. Prather von der Universität in Columbia
(US-Staat Missouri) am Donnerstag in «Science Express»,
der Online-Version des US-Fachblatts «Science» (Online-Vorab:
10.1126/science.1068228).
Das Biotech-Unternehmen PPL Therapeutics
hatte am Mittwoch (Ortszeit) in Blacksburg (US-Staat Virginia)
ähnliche Ergebnisse in einer Pressemitteilung bekannt gegeben.
Keine der beiden Gruppen hat allerdings die Verträglichkeit
der Schweine-Organe bereits bei Menschen getestet.
Die Xenotransplantation - die
Übertragung tierischer Gewebe oder ganzer Organe auf den
Menschen - scheitert bislang an der Abstoßung durch das
menschliche Immunsystem: Dessen Antikörper erkennen winzige
Zuckermoleküle auf der Oberfläche der Zellen des verpflanzten
Tierorgans und binden sich fest an diese so genannten alpha-1,3-
Galaktosyl-Gruppen (gal). Diese Erkennung ist der Beginn der Vernichtung
des fremden Organs.
Beiden Forschergruppen gelang
es nun, in den Schweinen die Erbanlage für jenes Protein
auszuschalten, das für die Produktion der Zuckergruppen zuständig
ist. Schweine ohne alpha-1,3-Galaktosyl- Transferase-Protein (GGTA1)
sollen - so die Hoffnung der Forscher - Organe liefern, die vom
Menschen nicht als fremd angesehen werden.
Die fünf Klon-Ferkel von
PPL kamen nach Angaben des Unternehmens am Weihnachtstag in Blacksburg
zur Welt und wurden von den Forschern Noel, Angel, Star, Joy und
Mary getauft.
Das Unternehmen hofft, mit der
Lieferung «verträglicher» Schweine-Herzen, -Nieren
und anderer Organe sowie Insulin produzierender Zellen für
Diabetiker den Mangel an menschlichen Spenderorganen in aller
Welt mindern zu können. PPL ist eine Tochtergesellschaft
des Roslin Institutes in Schottland, das auch das Klonschaf Dolly
hervorgebracht hatte.
Die Forscher um Prather weisen
in «Science» darauf hin, dass ihren vier Klonschweinen
nur jeweils eine der beiden Erbanlagen für das fragliche
Protein fehlt. Ihr Ziel sei es nun, Schweine ganz ohne jedes GGTA1-Gen
zu schaffen. Entsprechende Angaben machte PPL nicht.
Außer der Abstoßung
von tierischen Organen im menschlichen Körper sehen Experten
ein weitaus größeres Problem noch ungelöst. Durch
die Verpflanzung von fremdem Gewebe könnten auch unbekannte
Viren übertragen werden - mit unabsehbaren Folgen wie der
Entstehung neuer Seuchen.
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