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- 03.01.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Organtransplantation: Geklonte Schweine sollen helfen

Mit gentechnisch veränderten und geklonten Schweinen wollen amerikanische Forscher die Transplantation tierischer Organe auf den Menschen vorantreiben.

Blacksburg/Washington (dpa) - Zwei Arbeitsgruppen gaben fast gleichzeitig bekannt, das Erbgut von Schweinen gezielt geändert zu haben, um die sonst übliche Immunabwehr beim Menschen zu umgehen.

Über diesen Erfolg berichtet ein Team um Randall S. Prather von der Universität in Columbia (US-Staat Missouri) am Donnerstag in «Science Express», der Online-Version des US-Fachblatts «Science» (Online-Vorab: 10.1126/science.1068228).

Das Biotech-Unternehmen PPL Therapeutics hatte am Mittwoch (Ortszeit) in Blacksburg (US-Staat Virginia) ähnliche Ergebnisse in einer Pressemitteilung bekannt gegeben. Keine der beiden Gruppen hat allerdings die Verträglichkeit der Schweine-Organe bereits bei Menschen getestet.

Die Xenotransplantation - die Übertragung tierischer Gewebe oder ganzer Organe auf den Menschen - scheitert bislang an der Abstoßung durch das menschliche Immunsystem: Dessen Antikörper erkennen winzige Zuckermoleküle auf der Oberfläche der Zellen des verpflanzten Tierorgans und binden sich fest an diese so genannten alpha-1,3- Galaktosyl-Gruppen (gal). Diese Erkennung ist der Beginn der Vernichtung des fremden Organs.

Beiden Forschergruppen gelang es nun, in den Schweinen die Erbanlage für jenes Protein auszuschalten, das für die Produktion der Zuckergruppen zuständig ist. Schweine ohne alpha-1,3-Galaktosyl- Transferase-Protein (GGTA1) sollen - so die Hoffnung der Forscher - Organe liefern, die vom Menschen nicht als fremd angesehen werden.

Die fünf Klon-Ferkel von PPL kamen nach Angaben des Unternehmens am Weihnachtstag in Blacksburg zur Welt und wurden von den Forschern Noel, Angel, Star, Joy und Mary getauft.

Das Unternehmen hofft, mit der Lieferung «verträglicher» Schweine-Herzen, -Nieren und anderer Organe sowie Insulin produzierender Zellen für Diabetiker den Mangel an menschlichen Spenderorganen in aller Welt mindern zu können. PPL ist eine Tochtergesellschaft des Roslin Institutes in Schottland, das auch das Klonschaf Dolly hervorgebracht hatte.

Die Forscher um Prather weisen in «Science» darauf hin, dass ihren vier Klonschweinen nur jeweils eine der beiden Erbanlagen für das fragliche Protein fehlt. Ihr Ziel sei es nun, Schweine ganz ohne jedes GGTA1-Gen zu schaffen. Entsprechende Angaben machte PPL nicht.

Außer der Abstoßung von tierischen Organen im menschlichen Körper sehen Experten ein weitaus größeres Problem noch ungelöst. Durch die Verpflanzung von fremdem Gewebe könnten auch unbekannte Viren übertragen werden - mit unabsehbaren Folgen wie der Entstehung neuer Seuchen.


© dpa

Noel, Angel, Star, Joy and Mary wurden am ersten Weihnachtstag geboren und sollen helfen, die Transplantation tierischer Organe auf den Menschen voranzutreiben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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