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Gesang:
Achten Vögel auf Akustik?
Vögel in Regenwäldern
passen ihre Gesänge der Akustik des Waldes an. Dies glauben
Wiener Wissenschaftler im Regenwald von Venezuela nachweisen zu
können. Sie zeichneten die Gesänge von fünf Vogelarten
auf, die am Boden oder in Bodennähe leben.
(jkm) - Nach Meinung des Wiener
Ornithologen Erwin Nemeth setzen die Bodenvögel auf vergleichsweise
langsame Rufe in tiefen Tönen mit einer geringen Variationsbreite.
Die Vögel passen sich damit dem Umstand an, dass helle Gesänge
im dichten Blätterwerk nicht weit genug zu hören sind,
sagen die Forscher.
"Es gibt eben Musik, die
man am Besten in einer Kathedrale hört, andere funktioniert
dagegen nur im Jazz Club", erklärte Nemeth gegenüber
der Online- Ausgabe von "Nature".
Um die Wirkung der Rufe zu verstärken
und ein gemeinsames Territorium zu verteidigen, sollen außerdem
Männchen und Weibchen hin und wieder im Duett singen. Dies
beobachteten die Forscher bei den fünf Vogelarten Myrmothera
campanisona, Thamnophilus aethiops, Thamnophilus amazonicus, Myrmotherula
axillaris und Herpsilochmus dorsimaculatus.
Nemeth und Kollegen nahmen die
Gesänge auf und spielten sie an verschiedenen Orten im Wald
ab. Tatsächlich seien die Aufnahmen in Bodennähe besser
zu hören gewesen als etwa in 20 Metern Höhe in den Baumwipfeln,
berichten die Forscher.
Amerikanische Kollegen bezweifeln
allerdings, dass die Versuche aussagekräftig sind. Man könne
Vogelgesänge verschiedener Arten kaum vergleichen, gibt Kate
Buchanan von der University of Cardiff zu bedenken.
Nicht nur die Örtlichkeiten,
auch Verhaltensmuster könnten bei den Gesängen eine
Rolle spielen. Buchanan würde erst dann an die Einflüsse
des Lebensraums glauben, wenn ein und dieselbe Art in Wald und
Feld verschiedene Töne anschlüge.
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