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- 22.09.2005 -

 

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Effizienz - die unentdeckte Ölquelle

Mehr Energie-Effizienz wäre ein kurzfristig möglicher Ausweg aus der neuen Ölkrise, die Wirtschaft und Verbrauchern derzeit so hohe Strom- und Benzinpreise beschert. Zu diesem Ergebnis kamen Experten beim Jahreskongress des Rates für Nachhaltige Entwicklung im Berlin.

(vv) - Welche Auswege gibt es für Deutschland aus der neuen Ölkrise, die Wirtschaft und Verbrauchern seit Monaten so hohe Energiepreise beschert? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines der fünf Diskussionsforen beim Jahreskongress des Rates für Nachhaltige Entwicklung Anfang September im Berlin. Ein Patentrezept gibt es nicht, darin waren sich die Diskutanten einig. Deutschland mit seiner komplexen und über viele Jahrzehnte gewachsenen Infrastruktur kann nicht von heute auf morgen umsteuern. Es wird noch einige Jahrzehnte dauern, bis der Anteil der nicht-fossilen Energieträger die Abhängigkeit von Öl und Gas spürbar mildert. Außerdem, das betonte Georg Wilhelm Adamowitsch, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, gibt es nicht nur Verlierer: „Die Mineralölfirmen verdienen sich dumm und dämlich.“

Spürbare Einbrüche beim Wirtschaftswachstum

Liegt der Ölpreis länger als sechs Monate über 50 Dollar pro Barrel, „führt das zu spürbaren Einbrüchen beim Wirtschaftswachstum“, warnte auf dem Forum Prof. Claudia Kemfert, Energieexpertin beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Das gilt nicht nur für Industrienationen. Auch in Schwellenländern wie Indien werden Alternativen zu fossilen Energien ernsthaft diskutiert. „Indien ist derzeit von schlechter, wasserreicher Kohle abhängig“, erläuterte Rajeev Kher vom indischen Energy Research Institute. Daher werde die Regierung einerseits die Atomkraft, andererseits die erneuerbaren Energien kräftig ausbauen.

Aus vergangenen Ölkrisen nichts gelernt

Prof. Eberhard Jochem vom Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung und Ratsmitglied zeigte sich skeptisch, ob Politik und Wirtschaft in Deutschland richtig und rechtzeitig auf die rasant steigenden Energiepreise reagieren. „Aus den vergangenen Ölkrisen haben Regierung und Industrie nichts gelernt“, kritisierte er. Dabei liege ein möglicher Ausweg gar nicht so fern: Ein intelligenter und vor allem sparsamer Umgang mit fossilen Energien könne hochindustrialisierte Länder wie Deutschland durchaus aus der neuen Ölkrise führen. Laut Jochem könnte die Energieeffizienz in den kommenden Jahrzehnten um den Faktor fünf erhöht werden. „Energieeffizienz ist die bislang unentdeckte Ölquelle“, brachte es Ratsmitglied Prof. Fritz Vahrenholt auf den Punkt.

Verbraucher halten am Altgewohnten fest

Ob eine Lockerung der Abhängigkeit vom Öl gelingt, ist auch von Forschung und Ausbildung abhängig. Davon zeigte sich Prof. Jürgen Schmid, Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat für Globale Umweltveränderungen, überzeugt. „Passivhäuser gibt es schon lange, sparsame Motoren auch“, so Schmid. Doch die Technologien kämen kaum zum Einsatz, weil wichtige Akteure wie Fahrzeugentwickler und Architekten schlichtweg für effiziente Produkte nicht ausgebildet und zu wenig sensibilisiert sind. Nicht zuletzt liege viel Macht zum Umsteuern in der Hand des Verbrauchers - und auch der hält lieber am Altgewohnten fest: 2004, so betonte Schmid, seien die Deutschen trotz stark gestiegener Benzinpreise mehr mit dem Auto gefahren als 2003, die Fahrleistung lag um drei Prozent höher.

 

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Energieeffizienz - die bislang unentdeckte Ölquelle

 

 Mehr Informationen:

5. Jahreskongress des Rates für Nachhaltige Entwicklung

 

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