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Neue Leitlinien für Unternehmensverantwortung
Kann man die soziale und ökologische Verantwortung
von Unternehmen in Normen gießen? Für einen faireren
Umgang im Geschäftsleben soll eine neue internationale Norm
etabliert werden.
(vv) - Unternehmensberater Martin Neureiter, der Vorsitzende
des CSR-Ausschusses im Österreichischen Normungsinstitut
und Mitherausgeber des Buches "Corporate
Social Responsibility", erläutert in einem Gespräch
mit dem österreichischen "Standard": "Corporate
Social Responsibility (CSR), also die gesellschaftliche Verantwortung
von Unternehmen, ist der Versuch, eine Antwort auf Probleme der
Globalisierung und das schwindende Vertrauen in Unternehmen, siehe
Enron und Parmalat, zu geben."
Nach dem ungebremsten Shareholdervalue der 90er-Jahre schwinge
das Pendel nun zurück, so Neureiter. Rücksicht auf die
Umwelt in den Unternehmensentscheidungen spiele für den wirtschaftlichen
Erfolg eine immer wichtigere Rolle. Neureiter weiter: "Wer
auf seine Reputation Wert legt und die geänderten Ansprüche
der Konsumenten erkennt, wird am nachhaltigen Wirtschaften nicht
mehr vorbeikönnen. Die ISO 26000 soll dabei ein verlässlicher
Orientierungsmaßstab sein."
ISO für freiwillige Leitlinien
Mit der Erarbeitung der CSR-Standards beschäftigt sich eine
neue Arbeitsgruppe
der Internationalen Organisation für Standardisierung (ISO),
die kürzlich in Brasilien zu ihrem ersten Kick-off-Meeting
zusammentraf. Von den Ergebnissen berichtet der Newsletter
des Rates für Nachhaltige Entwicklung. Bis 2008 soll
demnach die neue Norm 26000 veröffentlicht werden. Sie werde
keine verbindlichen Vorgaben enthalten, sondern vielmehr die Form
von freiwilligen Leitlinien annehmen. Dennoch werde die Leitlinie
laut ISO "von globaler Relevanz" sein und "für
mehr Klarheit, Vergleichbarkeit und bessere Information über
unternehmerische Verantwortung sorgen".
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