|
Klimawandel kostet
Ökonomische Schäden infolge des Klimawandels
haben in den letzten Jahrzehnten enorm zugenommen, sagen Wirtschaftsforscher.
Effektiver Klimaschutz würde etwa 1 Prozent der weltweiten
Wirtschaftsleistung kosten.
(vv) - Die ökonomischen Schäden durch extreme Wetterereignisse
haben in den letzten drei Jahrzehnten enorm zugenommen
eine Folge des globalen Klimawandels. Ohne eine Stabilisierung
der Treibhausgaskonzentration auf dem heutigen Niveau sind deshalb
zunehmend irreversible und gefährliche Klimaschäden
zu befürchten. Eine schnell aktiv werdende Klimaschutzpolitik
hingegen könnte gesamtwirtschaftliche Schäden von bis
zu 200 Billionen Dollar bis zum Jahre 2050 abwenden, hieß
es in einer am Mittwoch in Berlin vorgestellten Studie des Deutschen
Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).
In der Studie analysieren Forscher und Praktiker die ökonomischen
Kosten des Klimawandels und der Klimapolitik, die damit verbundenen
Finanzrisiken sowie den Aufwand und Nutzen nationaler und internationaler
Klimaschutzstrategien. Ihren Schätzungen zufolge dürften
die Kosten eines effektiven Klimaschutzes bei etwa einem Prozent
des globalen Bruttosozialprodukts liegen, vorausgesetzt, dass
die Energieeffizienz und der Beitrag erneuerbarer Energien ausreichend
gesteigert werden könne. Um die entsprechenden Investitionen
anzuregen, müsse der Ausstoß von Klimagasen wie Kohlendioxid
einen Preis erhalten und so zu einem Kostenfaktor für Unternehmen
werden. Der Emissionsrechtehandel sei hierzu ein sehr geeignetes
Instrument.
Die finanziellen Risiken durch den Klimawandel sind laut DIW
enorm, vor allem für die betroffenen Entwicklungsländer.
Dem Finanzsektor komme deshalb die Rolle zu, innovative Ansätze
zur Schadensprävention zu entwickeln. Die Autoren des Berichts
kommen zu dem Ergebnis, dass effektive und schnelle Klimaschutzstrategien
gefordert sind, die sich auf einen gesellschaftlichen Konsens
über deren Kosten und Nutzen stützen müssen. Neue
Partnerschaften zwischen Privatsektor, Regierungen, Zivilgesellschaft
und internationalen Organisationen könnten helfen, die Risiken
und Kosten zu mindern. Ihre Umsetzung gerade in den vom Klimawandel
besonders betroffenen Entwicklungsländern sei vordringlich.
Seite
drucken
|