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- 09.08.2005 -

 

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Aus "Energiefresser" Plattenbau wird Niedrigenergiehaus

Wissenschaftler der Universität Kassel haben ein Renovierungsmodell entwickelt, mit dem energieverschwendende Häuser in Plattenbauweise zu Niedrigenergiehäusern umgebaut werden können.

(vv) - Ein Haus in Plattenbauweise kostengünstig vom "Energiefresser" zum komfortablen Super-Niedrigenergiehaus umzubauen: Das soll ein von Wissenschaftlern der Universität Kassel entwickeltes Renovierungsmodell leisten. In einem Pilotprojekt renovieren sie einen ungarischen Plattenbau mit moderner Passivhaus-Technologie. Diese wurde zur Renovierung eines Hauses in Plattenbauweise bisher noch nicht angewendet.

Mit etwa 25 Litern Heizöl je Quadratmeter und Jahr verbrauchen unrenovierte Plattenbauten in Mittel- und Osteuropa bis zu 50 Prozent mehr als durchschnittliche Gebäude in Deutschland. Grund ist ihr enorm hoher Wärmeverlust. Moderne Passivhäuser dagegen verlieren aufgrund ihrer exzellenten Dämmeigenschaften kaum Wärmeenergie. Allein passive Wärmequellen wie Sonne, Haushaltsgeräte und die Bewohner selbst temperieren die Räume angenehm. Bereits eine minimale Zusatzheizung genügt dann, um ein behagliches Raumklima zu schaffen. Bisher wurde Passivhaus-Technologie jedoch in erster Linie bei Neubauten angewendet. Der Einsatz bei der Renovierung von Plattenbauten ist nach den Angaben Neuland.

 


© Universität Kassel

Um zu zeigen, dass ihr Modell praktisch funktioniert, renovieren die Kasseler Wissenschaftler diesen siebengeschossigen Plattenbau in der ungarischen Stadt Dunaújváros.

 

Das Demonstrationsprojekt "Solanova" (Solar unterstützte, integrierte ökoeffiziente Renovierung von großen Wohngebäuden und Energieversorgungssystemen) soll zeigen, dass das Modell praktisch funktioniert. Dazu renovieren die Kasseler Wissenschaftler einen siebengeschossigen Plattenbau in der ungarischen Stadt Dunaújváros, 70 Kilometer südlich von Budapest. Mit acht Partnern, darunter die Universität Budapest und lokale Unternehmen, will die Forschergruppe den Heizenergieverbrauch des Hauses um mehr als 80 Prozent senken.

Sind die Kasseler Forscher erfolgreich, will die Europäische Union nach diesem Modell den Umbau ganzer Plattenbau-Siedlungen in den östlichen EU-Mitgliedern fördern. In Ungarn wäre nach Angaben der Uni Kassel fast ein Siebtel der Bevölkerung davon betroffen. Das Renovierungskonzept könne aber auch in Deutschland angewendet werden.

 

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 Mehr Informationen:

Solanova

Universität Kassel


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