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Landwirtschaft mit und ohne Gentechnik: Ist Koexistenz möglich?
Bei der Frage, ob ein Nebeneinander von Landwirtschaft
mit und ohne Gentechnik möglich ist, sind Forschungsinstitute
aus der Schweiz und aus Deutschland zu ganz unterschiedlichen
Ergebnissen gekommen.
(aid) - Der Frage, ob ein Nebeneinander von Landwirtschaft mit
und ohne Gentechnik möglich ist, ging ein Wissenschaftlerteam
der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Agrarökologie
und Landbau (Agroscope FAL) nach. Die Studie beschränkte
sich auf die landwirtschaftliche Produktion von der Anbauplanung
bis zum Verkauf des Ernteprodukts. Als Grenzwert für den
Anteil von gentechnisch veränderten Organismen in Lebens-
und Futtermitteln aus gentechnikfreiem Anbau wurden 0,9 Prozent
toleriert. Anhand von Literaturdaten, einer Modellrechnung und
Luftbildauswertungen kommen die Wissenschaftler zu dem Schluss,
dass bei Einhaltung eines Isolationsabstandes von 50 Metern eine
Koexistenz von Gen-Maisflächen und gentechnikfreien Flächen
für die meisten Gebiete in der Schweiz möglich ist.
Im praktischen Anbau müsste von den Landwirten eine Reihe
weiterer Maßnahmen getroffen werden. Die Autoren nennen
u. a. eine optimale Bodenbearbeitung und Anbaupausen zur Vermeidung
von Durchwuchs, die gründliche Reinigung der Maschinen sowie
eine klare Trennung der Erntegüter. Besonders wichtig seien
Informationsaustausch und Absprachen zwischen Feldnachbarn. Im
Idealfall müssten sowohl jene, die Gentechnik einsetzen als
auch jene, die darauf verzichten, zur Umsetzung von Koexistenz-Maßnahmen
bereit sein.
Zu ganz anderen Ergebnissen kommt das Forschungsinstitut für
biologischen Landbau (FIBL). Gentechnikkritiker fordern einen
Grenzwert von 0,1 Prozent bei Verunreinigungen und wesentlich
größere Mindestabstände (Mais 1 km, Raps 600 m).
Koexistenz sei schwierig und für die Landwirte teuer, meint
das FIBL.
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