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Bund will Dieselrußfilter fördern
Die Bundesregierung will den Einbau von Dieselrußfiltern
steuerlich fördern. Umweltverbände kritisieren die Fördersumme
jedoch als unzureichend.
(vv) - Die Bundesregierung will saubere Dieselfahrzeuge steuerlich
fördern. Neue Diesel-Pkw mit Rußpartikelfiltern, die
im Vorgriff auf eine neue EU-Richtlinie bereits heute den Grenzwert
von 5 mg/km einhalten, sollen mit 350 Euro über die Kraftfahrzeugsteuer
gefördert werden, die Um- und Nachrüstung von Dieselautos
mit 250 Euro. Ebenso sollen auch Fahrzeuge, die in diesem Jahr
gekauft werden und die Grenzwerte einhalten, einbezogen werden.
Die Förderung soll von Anfang 2006 bis Ende 2007 gewährt
werden. Die Automobilindustrie hatte der Bundesregierung zugesagt,
dass spätestens ab 2008 alle neuen Diesel-Pkw serienmäßig
mit einem Rußpartikelfilter ausgerüstet sind.
Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) hat an
die Länder appelliert, das Konzept des Bundes positiv aufzugreifen.
Diese hätten aufgrund der höheren KfZ-Steuer Milliarden
Mehreinnahmen. Trittin erwartet jedoch keine schnelle Einigung
mit den Ländern über die Finanzierung der Förderung.
Er gehe davon aus, dass man im Vermittlungsverfahren von Bundestag
und Bundesrat zu einer Lösung kommen werde, sagte Trittin
dem TV-Sender n-tv.
Kritik der Umweltverbände
Umweltverbände kritisierten den Gesetzentwurf als unzureichend.
Mit der "Minimal-Förderung" von 250 Euro für
die sieben Millionen Altfahrzeuge auf deutschen Straßen
"läuft der Vorschlag an der Kostenrealität bei
der Nachrüstung vollkommen vorbei", erklärte die
Deutsche Umwelthilfe. Bei veranschlagten Kosten von etwa 1000
Euro für den nachträglichen Einbau eines geregelten
Filters sei schon heute absehbar, dass kaum ein Fahrzeughalter
auf das Angebot eingehe und seinen Diesel-PKW nachrüsten
lasse.
Auch Greenpeace forderte, die Förderung auf 1000 Euro anzuheben
und die Ausrüstung aller Dieselautos mit Rußfiltern
innerhalb von drei Jahren verpflichtend vorzuschreiben. Lediglich
der Naturschutzbund NABU sieht in der geringen Fördersumme
angesichts der knappen Haushaltssituation des Bundes einen vertretbaren
Kompromiss.
Jetzt liege es an den Ländern, im Bundesrat dafür zu
sorgen, dass dieser bescheidene Kompromiss wirklich umgesetzt
werde. "Nun müssen die Bundesländer Farbe bekennen
und zeigen, wie wichtig ihnen die Gesundheit ihrer Bürger
wirklich ist", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.
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