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Öko-Produkte: Askese ist nicht mehr gefragt
Öko-Produkte brauchen eine neue Bio-Ästhetik
- Askese sei nicht mehr gefragt, meinen Zukunftsforscher. Riesige
Chancen sehen sie im Megamarkt Gesundheit.
Hamburg (vv) - Die Hersteller von Öko-Produkten sollten
nach Meinung des Zukunftsinstituts in Kelkheim darauf achten,
die Entwicklung nicht zu verschlafen. In einem Interview der Design-Zeitschrift
"Page" sagte Eike Wenzel vom Zukunftsinstitut: "Vielen
aus der Branche ist noch gar nicht bewusst, dass sie angesichts
des Megatrends Gesundheit riesige Chancen haben."
30 bis 40 Prozent der Hersteller von Öko-Produkten seien
immer noch der Meinung, dass Bio-Produkte asketisch verpackt sein
müssten, sonst werde der Öko-Gedanke verwässert.
Die rasante Marktentwicklung erfordere aber professionelles Marketing.
Wenzel: "Design und Marketing bedeuten für viele Hersteller
schöner Schein - und der ist mit ihren alternativen Grundsätzen
nicht in Einklang zu bringen. Aber in den nächsten fünf
Jahren wird sich eine Menge tun - es gibt hier einen enormen Nachholbedarf."
Die Bio-Branche müsse sich beeilen, so Wenzel, "denn
konventionelle Hersteller sind ihnen auf den Fersen". Obwohl
gar nicht Bio, setzten sie verstärkt auf Natürlichkeit
und Authentizität und positionierten sich als trendige Lebensmittel.
Auch neue Bio-Supermarktketten würden für neuen Druck
sorgen. "Die wachsende Zahl der lifestyleorientierten Gesundheitskäufer
wird hart umkämpft sein - da ist jede Menge Kreativität
gefragt", so Wenzel.
Besonders wichtig sei die richtige Ansprache der Käuferschaften.
Eine bedeutende Zielgruppe sei "die kreative Klasse",
so Wenzel. "Das sind Selbständige aus dem Bereich Medien,
Agenturen und technologische Dienstleistungen, die nicht nach
einer Anstellung streben, weil ihnen ihre Unabhängigkeit
mehr Lebensqualität bietet. Sie machen schätzungsweise
60 bis 70 Prozent der Öko-Käufer aus. Leute, die Öko
zum Lifestyle erklären, wollen lustvoll einkaufen. Das Asketische
hat ausgedient."
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