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10 Jahre nach Brent Spar: Ölförderung bleibt große
Belastung für die Meere
Ölplattformen dürfen zwar nicht mehr
im Nordost-Atlantik versenkt werden, aber ihr Betrieb ist laut
Greenpeace noch immer eine große Belastung für das
Meer.
Hamburg (vv) - Ölplattformen dürfen nach der Brent
Spar-Kampagne von Greenpeace nicht mehr im Nordost-Atlantik versenkt
werden, aber ihr Betrieb ist noch immer eine große Belastung
für das Meer. Von etwa 500 Plattformen würden jährlich
14.000 Tonnen Öl in die Nordsee fließen - das entspreche
einem Tankerunfall pro Jahr. Diese Bilanz veröffentlichte
Greenpeace zehn Jahre nach der Kampagne gegen die Versenkung der
Brent Spar.
Am 30. April 1995 besetzte Greenpeace die ausgemusterte Ölverladeplattform
in der Nordsee zum ersten Mal. Der Ölkonzern Shell wollte
den 15.000 Tonnen schweren Stahlkoloss als erste Plattform in
den Nordost-Atlantik schleppen und versenken. Nach 52 Tagen heftiger
Auseinandersetzungen und einer starken Protestwelle von Verbrauchern
lenkte Shell am 20. Juni ein. Die Brent Spar wurde zerlegt und
für eine neue Kaianlage in Norwegen genutzt. Seit 1998 gilt
ein generelles Versenkungsverbot von Plattformen im Nordost-Atlantik
und der Nordsee.
Das Versenkungsverbot war laut Greenpeace ein großer Schritt
zum Schutz der Meere. Die damals von der Ölindustrie vorgebrachten
Bedenken zählten nicht mehr: Heute könne die Entsorgungsindustrie
selbst schwere Konstruktionen an Land verschrotten. Demnächst
werde die 37.000 Tonnen schwere BP-Plattform North-West-Hutton
abgewrackt. Der eigentliche Boom beginnt laut Greenpeace 2010,
wenn jährlich 20 Plattformen an Land gezogen würden.
"Damit ist das Meer noch nicht gerettet", sagte Greenpeace-Ölexperte
Christian Bussau. Die alltägliche Verschmutzung der Nordsee
habe zugenommen. 2002 leiteten die Plattformen nach Angaben der
zuständigen Ospar- Kommission täglich 1,3 Millionen
Kubikmeter ölhaltiges Produktionswasser ein. "Unsere
aktuellen Luftbilder zeigen riesige Ölteppiche, die von den
Plattformen ausgehen", erklärte Bussau. Er forderte
großflächige Schutzgebiete, in denen die Ölförderung
untersagt ist, damit das Meer sich erholen kann.
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