vista verde SucheNewsThemenAktion

v i s t a   v e r d e   n e w s   -   W i r t s c h a f t  &  E n e r g i e


- 08.03.2005 -

 

  Nachrichten aus Umwelt und Natur täglich frei Haus - abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter:
 
 
[ mehr Infos ]


 

Umweltschutz auch im Cyberspace

Immer mehr ausgemusterte Computer landen auf dem Müll: Umweltorganisationen fordern von der Computerbranche mehr Anstrengungen in Sachen Umweltschutz.

(vv) - Im Vorfeld der weltweit größten Computermesse CeBIT fordert die Umweltstiftung WWF von der Computerbranche mehr Anstrengungen in Sachen Umweltschutz. Der WWF schätzt, dass weltweit jährlich mehr als 115 Millionen Rechner produziert werden. Da die Geräte schnell vom technischen Fortschritt überholt würden, wanderten Jahr für Jahr immer mehr ausgemusterte Computer auf den Müll. Allein in Deutschland fallen nach Angaben des WWF jährlich 110.000 Tonnen IT-Schrott an.

„Umweltschädliche Substanzen wie bromierte Flammschutzmittel für Gehäuse und Leiterplatinen machen diesen Müll zum Riesenproblem“, erläuterte Bernhard Bauske vom WWF Deutschland. Die Suche nach umweltverträglichen Alternativen müsse intensiviert werden. Eine aktuelle Studie des WWF zeige, dass sich die giftigen Stoffe selbst im Speck von Eisbären und Walen nachweisen ließen. Auch Polarfüchse, Robben, Schweinswale und Vögel von Grönland bis Schweden seien mit bromierten Flammschutzmitteln belastet. Sorgen bereitet den Naturschützern zudem das Blei aus Computerplatinen, das über die Deponien in die Umwelt gelange.

„Viele weniger schädliche Lösungen, etwa bleifreie Lötverfahren und Leiterplatinen ohne bromierte Flammschutzmittel liegen längst vor“, betonte Bauske. Es sei aber nötig, die Alternativen auf breiter Front umzusetzen. Neben verstärkten Anstrengungen der Hersteller sei die öffentliche Hand gefordert. Bei der Beschaffung von Computern müsse Umweltkriterien ein höherer Stellenwert eingeräumt werden. Angesicht leerer Kassen werde häufig nur auf den Anschaffungspreis geschaut. Das sei „verständlich aber kurzsichtig“. In vielen Bereichen könnten sich mögliche Mehrkosten, etwa bei der Anschaffung energiesparender Computer, durch eingesparte Stromkosten innerhalb kurzer Zeit amortisieren.

In den Ländern der EU werden derzeit zwei neue Richtlinien in nationale Gesetze umgesetzt. Sie regeln die Verwendung von gefährlichen Substanzen bei der Elektrogeräteproduktion und die Entsorgung von Elektronikschrott. In Deutschland treten diese Vorgaben aus Brüssel mit dem Elektro- und Elektronikgerätegesetz in diesem Monat in Kraft. Der WWF begrüßte die Verordnungen als ersten wichtigen Schritt. Es sei richtig, die Hersteller in die Verantwortung zu nehmen und sie zur Rücknahme ihrer Produkte und ordnungsgemäßem Recycling zu verpflichten. Was die Verwendung giftiger Inhaltsstoffe angehe, so sei noch mehr möglich. Hier könne man die Latte ruhig höher legen.

Unternehmen, Behörden und Privatverbraucher könnten schon jetzt ihren Beitrag für die Verminderung von Umweltbelastungen leisten. Bei Kauf und Beschaffung sei beispielsweise darauf zu achten, dass der Computer das Umweltzeichen „Blauer Engel“ trage.

 

 Seite druckenSeite drucken


© PhotoCase.de

Immer mehr ausgemusterte Computer landen auf den Müll.

 

 Mehr Informationen:

WWF: Computer und Umwelt (PDF)

BMU: Altgeräte

 

 Lesen Sie auch:

Bald kostenlose Rückgabe von Elektroschrott

Handys sammeln für die Umwelt

Auf den Kompost: Handys zu Blumen

Forscher warnen vor Folgen raschen PC-Umschlags

EU-Kommission rät zur umweltorientierten Beschaffung

Materialbilanz: Warum Mikrochips mehrere Kilogramm wiegen

 

 Werbung

zurück zur vorherigen Seite    nach oben

News: Seite 1 | Politik | Natur | Wissenschaft| Wirtschaft
Rubriken: Home | Suche | News | Themen | Aktion
vista verde: Impressum | Hilfe | Werbung

 

© vista verde 2005
Alle Rechte vorbehalten
Jede Vervielfältigung - auch auszugsweise - bedarf der Genehmigung