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Grünes Licht für steuerliche Förderung des Dieselrußfilters
EU-Industriekommissar Günter Verheugen
will Abgase von Dieselautos deutlich sauberer machen und schlägt
eine neue europäische Abgasnorm vor.
(vv) - Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne)
begrüßte den Vorschlag von EU-Kommissar Günter
Verheugen für eine neue europäische Abgasnorm "Euro-5".
Danach soll ab 2010 der Grenzwert für die Emission von Rußpartikeln
durch Dieselautos 5 Milligramm pro Kilometer betragen. "Die
EU-Kommission gibt damit grünes Licht für die steuerliche
Förderung von Fahrzeugen, die den neuen Grenzwert vorzeitig
erfüllen", sagte Trittin.
Der neue Grenzwert könne nach heutiger Erkenntnis nur durch
den Einbau von Partikelfiltern eingehalten werden. "Da die
zukünftige Euro-5-Norm spätestens ab dem Jahr 2010 für
alle neuen Diesel-Pkw gilt, brauchen wir steuerliche Anreize,
um die Markteinführung des Filters zu beschleunigen",
sagte Trittin. Die steuerliche Förderung von Dieselfahrzeugen
mit Rußfiltern wurde bereits in Österreich, den Niederlanden
und für Teile Norditaliens beschlossen.
Sinnvoll sei der Dieselrußfilter nicht nur bei neuen, sondern
auch bei älteren Fahrzeugen, so Trittin. Denn der Altbestand
an Diesel-Pkw stelle mittlerweile ein großes Problem dar.
Dies gilt besonders im Hinblick auf die Belastung der Luftqualität
in Ballungsräumen mit Feinstaub. "Deswegen sollte auch
die Nachrüstung dieser Fahrzeuge mit einfachen Partikelfiltern
steuerlich begünstigt werden", sagte der Umweltminister.
Umweltverbände fordern rasche Umsetzung
Umweltverbände forderten die Bundesregierung auf, möglichst
schnell die steuerliche Förderung von Dieselrußfiltern
durchzusetzen. "Bundeskanzler Schröder hat im Sommer
vergangenen Jahres die steuerliche Förderung rußfreier
Diesel-PKW ab 2005 zugesagt. Dieses Versprechen gilt es jetzt
einzuhalten", verlangte der Bund für Umwelt und Naturschutz
Deutschland (BUND). Eine schnelle Entscheidung werde sich zudem
belebend auf die Autokonjunktur auswirken und zu einer Absatzerhöhung
sauberer Diesel-Pkw führen, glaubt die Deutsche Umwelthilfe.
Keine baldige Förderung absehbar
Eine baldige Förderung des Dieselrußfilters in Deutschland
ist jedoch nicht absehbar. Zunächst müsse das Europäische
Parlament dem Vorschlag Verheugens zustimmen, sagte ein Sprecher
des Bundesfinanzministeriums. Danach seien die Bundesländer
am Zug, da die Kfz-Steuer Ländersache sei. Aus den Ländern
sei jedoch bislang kein gemeinsamer Vorstoß gekommen, den
Einbau von Dieselrußfiltern bereits vor In-Kraft-Treten
der Abgasnorm "Euro-5" im Jahr 2010 steuerlich zu fördern.
Hohe Belastung durch Feinstaub
Nach Untersuchungen des GSF-Forschungszentrums für Umwelt
und Gesundheit sterben allein in Deutschland jährlich 10.000
bis 19.000 Menschen vorzeitig an Ruß-Abgasen aus Dieselfahrzeugen.
Die Lebenserwartung aller Deutschen sinke nach Experten-Schätzungen
wegen der Feinstaubbelastung um neun Monate, bis zu drei Monate
gingen auf das Konto des Diesel-Smogs, teilte die Deutsche Umwelthilfe
mit.
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