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Rot-Grün will Kennzeichnungspflicht für Strom ausweiten
Die Stromrechnung soll künftig detailliert
Auskunft geben, wo der Strom herkommt und wie viele Schadstoffe
bei seiner Erzeugung entstanden sind.
(vv) - Stromlieferanten sollen ihren Kunden künftig detaillierte
Auskünfte über den gelieferten Strom erteilen müssen.
Darauf einigten sich nach Angaben der "Financial Times Deutschland"
die Koalitionsfraktionen im Rahmen der Verhandlungen zur Novelle
des Energiewirtschaftsgesetzes am Dienstagabend in Berlin.
Danach sollen Energieversorger nicht nur die Anteile von Kernkraft,
Braunkohle, Steinkohle, Erdgas sowie erneuerbaren Energien im
Energiemix ausweisen, sondern auch über die Menge der Kohlendioxid-Emissionen
oder des radioaktiven Mülls Auskunft geben, die bei der Erzeugung
des Stroms entstanden ist.
Die Grünen-Energieexpertin Michaele Hustedt bestätigte
am Mittwoch die Absicht der Koalitionsfraktionen. Formelle Beschlüsse
seien jedoch noch nicht gefasst. Dies soll laut Hustedt bis Ende
Januar geschehen.
Die Umweltorganisation Greenpeace begrüßte die geplante
Verschärfung der Stromkennzeichnung. Die Energiekonzerne
müssten nun auch darüber informieren, wie stark die
Erzeugung ihres Stroms das Klima belaste und wie viel Atommüll
dabei anfalle. "Mit diesen Informationen können Millionen
von Kunden endlich zwischen 'dreckigem' und 'sauberem' Strom unterscheiden.
Verbraucher haben Macht und können sie bald auch auf dem
Energiemarkt ausüben", sagte Jörg Feddern, Energieexperte
von Greenpeace.
"Wichtig ist jetzt, das Kennzeichnungslabel einheitlich
zu gestalten, damit der Verbraucher leicht vergleichen kann",
forderte Feddern. "Bislang fehlt allerdings die Verpflichtung,
das Herkunftsland des Stromes zu nennen. Aber nur darüber
erfährt der Verbraucher, ob sein Strom aus unsicheren Atomkraftwerken
aus der Ukraine oder Tschechien stammt. Hier müssen die Koalitionsfraktionen
noch nachbessern."
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