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Rekordschäden durch extremes Wetter
Folgen des Klimawandels: Wirbelstürme,
Überschwemmungen und andere Naturkatastrophen haben die Versicherer
in diesem Jahr Milliarden gekostet.
(jkm) - In den Annalen der Versicherungsbranche dürfte das
Jahr 2004 als das bislang teuerste vermerkt werden. Entsprechende
Zahlen stellte die Münchener Rück heute auf der Klimakonferenz
der Vereinten Nationen in Buenos Aires vor. Allein in den ersten
zehn Monaten dieses Jahres haben Wirbelstürme, Überschwemmungen
und andere wetterbedingte Naturkatastrophen die Versicherer weltweit
rund 35 Milliarden US-Dollar gekostet. Im gleichen Vorjahreszeitraum
waren es 16 Milliarden Dollar.
"Ebenso wie in den Jahren 2002 und 2003, wird die Gesamtbilanz
der Naturkatastrophen erneut von wetterbedingten Ereignissen dominiert
- viele davon Ausnahmeerscheinungen", so Thomas Loster, Klimaexperte
des Rückversicherers. Im Jahr 2004 seien 98 Prozent aller
Verluste und fast 100 Prozent aller versicherten Schäden
auf das Wetter zurückzuführen. "Die Menschheit
muss dieses gefährliche Experiment beenden, das sie in der
Erdatmosphäre durchführt."
Karibik traf es besonders hart
Die Höhe der wetterbedingten wirtschaftlichen Einbußen,
in der Regel nicht versichert, schätzt die Münchener
Rück auf 90 Milliarden Dollar, verglichen mit durchschnittlich
70 Milliarden Dollar in den Vorjahren. Besonders hart traf es
beispielsweise mehrere kleine Staaten in der Karibik, wo der Hurrikan
Iwan nicht nur zahlreiche Menschenleben forderte, sondern auch
landwirtschaftliche Anbauflächen und damit Tausende Arbeitsplätze
vernichtete. Ebenfalls kostspielig war der erste, jemals im Südatlantik
aufgetretene Hurrikan Catarina.
Töpfer: in Katastrophenschutz investieren
"Es ist unabdingbar, dass wir den ärmeren Nationen
helfen, die Folgen des Klimawandels zu verkraften und ihre besondere
Anfälligkeit zu reduzieren", so Klaus Töpfer, der
Direktor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP). Schätzungen
zufolge, spare jeder in den Katastrophenschutz investierte Dollar
sechs Dollar an Wiederaufbaukosten. "Dies kann jedoch kein
Vorwand sein, die Emissionen nicht zurückzufahren."
Inselnationen und tief liegende Staaten wie Bangladesch könnten
sich nur so lange anpassen, bis sie schließlich überflutet
würden.
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