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Wirtschaft soll nachhaltige Produkte kennzeichnen
Verbraucherministerin Künast hat zum Start
einer neuen Kampagne die Wirtschaft zu Kennzeichnung nachhaltiger
Produkte aufgefordert.
(vv) - Verbraucherministerin Renate Künast (Grüne)
hat von der Wirtschaft eine klare Kennzeichnung der Herkunft und
Herstellung von Waren gefordert. Mit unseren Kaufentscheidungen
beeinflussen wir jeden Tag aktiv nicht nur unser eigenes Leben,
sondern das vieler anderer in anderen Teilen der Erde und das
Leben nachfolgender Generationen. Denn wir bestimmen auch darüber,
wie etwas hergestellt wurde, welche Folgen für die Umwelt
die Herstellung hatte, wer es hergestellt hat und wie es zu uns
gekommen ist, erklärte die Ministerin zum Auftakt der
Kampagne Echt gerecht clever kaufen am Montag
in Berlin.
Die Initiative des Verbraucherministeriums ist Teil der Nationalen
Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung und wird auch
von anderen Akteuren für eine nachhaltige Lebensweise unterstützt.
Schwerpunkte der Kampagne sind die vier Themenbereiche Lebensmittel
und Ernährung, Textilien, Bekleidung und Spielzeug,
Reisen, Mobilität und Geldanlagen und Bauen,
Wohnen, Haushalt und Energie.
Verbraucherinnen und Verbraucher sollen die Wahl haben.
Sie sollen so einkaufen können, dass sie für gerechtere
Lebens- und Arbeitsbedingungen anderer sorgen also nachhaltig
konsumieren. Dazu brauchen sie die notwendige Aufklärung
und Information, um sofort erkennen zu können, was wirklich
in und hinter einem Produkt steckt, sagte die Ministerin.
Faires Spielzeug
Ein Element der Kampagne sei die Aktion Augen auf beim
Spielzeugkauf. Ein Großteil der Spielwaren in den
Regalen der Geschäfte werde unter unwürdigen Bedingungen
hergestellt: Inakzeptable Zustände beim Arbeits- und Brandschutz,
Gesundheitsschutz, mangelnde Sozialstandards beuten die Arbeiterinnen
und Arbeiter in den Fabriken aus, insbesondere junge Frauen. Immer
wieder würden auch Fälle von Kinder- und Zwangsarbeit
bekannt.
Zwar habe sich der Internationale Verband der Spielwarenindustrie
mit seinem Code of Business Practices Regeln gegeben, die Mindeststandards
festlegen. Doch erstens produzierten erst verschwindend wenige
Hersteller nach diesem Code und zweitens könne der Verbraucher
selbst die Produkte nicht erkennen, die nach den Bedingungen des
Codes of Business Pratices hergestellt wurden.
Das kann nicht so bleiben. Ich fordere deshalb die Wirtschaft
auf, mit einer klaren Kennzeichnung uns Verbraucherinnen und Verbrauchern
den Weg durch die Regale zu erleichtern. Wir wollen Gerechtigkeit
auch kaufen können!, unterstrich die Ministerin.
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