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- 18.11.2004 -

 

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Forscher warnen vor Klimaschäden - Solarfirmen für Wärmegesetz

Wirtschaftsexperten warnen vor hohen finanziellen Belastungen durch den Treibhauseffekt und durch Ölimporte. Solarfirmen fordern deshalb ein Wärmegesetz.

(vv) - Die deutsche Solarwirtschaft fordert eine Gesetzesinitiative zum verstärkten Ausbau von Solarwärme. Durch ein solares Wärmegesetz könne der Klimaschutz deutlich voran gebracht und die Abhängigkeit deutscher Verbraucher von steigenden Öl- und Gaspreisen spürbar reduziert werden. In den letzten zehn Jahren hätten sich die Heizkosten nahezu verdoppelt.

Führende Wirtschaftsexperten warnten vor den wachsenden Kosten von Treibhauseffekt und Ölimporten. Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, betonte: "Fossile Energien sind nicht gut genug: Längerfristig bieten die begrenzten Reichweiten von Öl und Gas keine Versorgungssicherheit. Zusätzliche Risiken ergeben sich durch politische Instabilitäten in den Hauptlieferländern."

Hohe ökonomische Schäden durch Treibhauseffekt

Hans-Joachim Ziesing vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin warnte vor den Folgen der wesentlich durch den Öl-, Kohle- und Gasverbrauch verursachten Treibhausgasemissionen: "In den letzten 30 Jahren sind die ökonomischen Schäden aufgrund extremer Wetterereignisse um den Faktor 15 gewachsen. Allein Hitzewelle und Jahrhunderthochwasser schlugen in den letzten zwei Jahren mit 26 Milliarden Euro zu Buche."

Eine aktuelle DIW-Studie habe ergeben: In Europa werden zukünftig vermehrt Hitzeereignisse, Fluten und Stürme in der Stärke von Hurrikanen eintreten. Allein auf die deutsche Volkswirtschaft könnten dadurch weitere Belastungen von bis zu 137 Milliarden Euro zukommen. "Damit diese Ausgaben der Volkswirtschaft nicht an anderer Stelle fehlen, muss jetzt verstärkt auf Erneuerbare Energien auch im Wärmesektor gesetzt werden."

Solarfirmen fordern Wärmegesetz

Die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft (UVS) forderte deshalb ein solares Wärmegesetzes. Dazu sei an eine ähnliche Förderung wie beim Stromgesetz über Erneuerbare Energien ebenso zu denken wie an eine "Baupflicht vergleichbar bestehender Wärmeschutzauflagen bei der Gebäudeisolierung". Eine solche Gesetzesinitiative sei "überfällig", da die bisherigen Förderzuschüsse des Bundes für einen "nachhaltigen Marktausbau" nicht ausreichten, betonte UVS-Geschäftsführer Carsten Körnig. Den Solarunternehmen und Banken würde damit die nötige Investitionssicherheit gegeben. Der deutschen Industrie biete sich zudem eine einzigartige Chance, weltweit zum Ausrüster für Erneuerbare-Energie-Anlagen zu werden.

Nur Bruchteil des Solarwärme-Potenzials erschlossen

Solartechnologie schaffe außerdem tausende neue Arbeitsplätze und gebe positive konjunkturelle Impulse, so Körnig. Nach aktuellen Berechnungen seines Verbandes verfügen inzwischen rund 600.000 Haushalte in Deutschland über eine eigene Solaranlage. Damit werde bislang nur ein Bruchteil des in Deutschland verfügbaren Solarwärme-Potenzials erschlossen. Schon eine kleine Solaranlage kann während ihrer Lebensdauer bis zu 10.000 Liter Öl sparen. Im Zusammenhang mit einer Heizungssanierung könnten die Heizkosten damit um 30 - 50 % gesenkt werden.

 

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© UVS/Langrock

Die thermische Solaranlage auf dem Dach des Berliner Bundespresseamtes dient der solargestützten Kälteerzeugung. Im Hintergrund ist der Reichstag zu sehen.

 

 Mehr Informationen:

UVS: Infos Solarwärme

DIW Berlin: Die ökonomischen Kosten des Klimawandels

 

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