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Ökosteuer hilft dem Klima
Führende deutsche Wissenschaftler haben
auf dem Hamburger Klimakongress ein besseres Verkehrssystem, mehr
Effizienz und gerechtere Steuern gefordert.
(vv) - "Die Tragfähigkeit der Erdatmosphäre ist
erschöpft, wir müssen schnell handeln", sagte der
Klimaexperte Hartmut Graßl vom Hamburger Max-Planck-Institut
für Meteorologie. Auf der dreitägigen Konferenz tauschten
Wissenschaftler und Vertreter aus Wirtschaft und Politik ihre
Erkenntnisse aus. Organisiert wurde der Kongress vom BUND Hamburg
und dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie.
Peter Hennicke, Präsident des Wuppertal Instituts, stellte
fest, dass der Bereich Verkehr rund ein Drittel des deutschen
Energieverbrauchs ausmacht und damit das Klima wesentlich belastet.
Er sieht in fahrzeugtechnischen Verbesserungen die beste Möglichkeit
zur Senkung der Klimaemissionen des Verkehrs.
"Effizienz ist unsere heimische Ölquelle", bestätigte
Axel Friedrich vom Umweltbundesamt. Er beklagte, dass nach wie
vor in vielen Kommunen der Klimaschutz kein Maßstab für
die Verkehrspolitik sei. Heiner Monheim von der Universität
Trier kritisierte eine einseitige Fixierung der Politik auf das
Auto. Er warnte davor, ein System, das bei uns an vielen Stellen
bereits zum Kollaps führe, in Entwicklungs- und Schwellenländer
zu übertragen.
Ökosteuer weiterentwickeln
Joachim Kettner von der Deutschen Bahn AG kritisierte, dass im
Gegensatz zum Flugverkehr die Bahn sowohl Treibstoff- als auch
Ökosteuer zahlen muss: "Nachhaltige Mobilitätspolitik
muss im Interesse unserer Umwelt faire Rahmenbedingungen zwischen
den Verkehrsträgern gewährleisten."
Zu diesen Rahmenbedingungen gehörten Preise, welche die
ökologische Wahrheit sagen, betonte auch Klimaexperte Graßl.
Er warb dafür, die Ökosteuer in Deutschland beizubehalten
und weiterzuentwickeln. Zusammen mit den insgesamt steigenden
Kraftstoffpreisen sei sie die Ursache dafür, dass der Autoverkehr
hierzulande seit wenigen Jahren nicht mehr weiter ansteige. "Die
Ökosteuer greift", so der Klimaforscher.
Der Kongress mit seinen zahlreichen Einzelveranstaltungen und
insgesamt mehr als 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmern mache deutlich,
dass für den Klimaschutz im Verkehr noch sehr viel getan
werden kann und muss, so die Hamburger BUND-Vorsitzende Maren
Jonseck-Ohrt. "In der Wissenschaft liegen die Fakten vor
und es gibt viele gute Konzepte. Jetzt kommt es darauf an, dass
die Politik sie zur Kenntnis nimmt."
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