vista verde SucheNewsThemenAktion

v i s t a   v e r d e   n e w s   -   W i r t s c h a f t  &  E n e r g i e


- 21.10.2004 -

 

  Nachrichten aus Umwelt und Natur täglich frei Haus - abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter:
 
 
[ mehr Infos ]


 

Umweltbundesamt kritisiert Braunkohle-subventionen

Umweltbundesamt und Umweltverbände kritisieren die hohen Subventionen für die klimaschädliche deutsche Braunkohle.

(vv) - Entgegen aller Behauptungen aus der Kohlebranche belegt ein Gutachten im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA): Auch die Braunkohle bekommt Subventionen vom Staat. Das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie fand für das UBA heraus, dass es vor allem indirekte Subventionen für die Braunkohle gab und gibt. Dazu gehören Steuerbegünstigungen gegenüber anderen Energieträgern – wie Gas und Öl – oder Freistellungen vom Wasserentnahmeentgelt und der Förderabgabe auf Bodenschätze. Zusammen mit den Subventionen für die Modernisierung der ostdeutschen Braunkohlewirtschaft in Höhe von jährlich rund 150 Millionen Euro belaufen sich die Subventionen nach vorsichtiger Schätzung auf knapp eine Milliarde Euro pro Jahr, so das UBA.

Die Subventionen verzerrten den Wettbewerb auf dem Energiemarkt zugunsten der besonders klimaschädlichen Braunkohle. Die Konsequenz aus UBA-Sicht: Für neue und bestehende Braunkohlekraftwerke oder -tagebaue sollten vom Staat keine Finanzhilfen, Steuervergünstigungen, Bürgschaften oder Absatzförderungen gewährt werden. Die Kosten für Infrastruktur und andere Leistungen der öffentlichen Hand zugunsten der Braunkohlewirtschaft sollte diese künftig ausschließlich selbst tragen. Zudem sollte es solche Subventions-Prüfungen auch für die anderen Energieträger geben, um die Subventionsdebatte transparenter zu machen, fordert das UBA.

Greenpeace fordert Abschaffung der Subventionen

"Bei Stromkosten wird den Verbrauchern permanent Sand in die Augen gestreut. Klimaschädliche Braunkohle wird staatlich gefördert, um den Preis von Kohlestrom künstlich niedrig zu halten", kommentierte die Umweltorganisation Greenpeace die Studie.

Die "Subventionierung der Klimazerstörung durch die Bundesregierung" müsse beendet werden. Schon jetzt werde es schwierig, die Klimaschutzziele von Kyoto einzuhalten. Weitergehende Ziele - 40 Prozent weniger Kohlendioxid bis 2020 - seien mit Braunkohle nicht zu erreichen. Greenpeace forderte deshalb die Abschaffung der Braunkohlesubventionen und eine Energiewende hin zu erneuerbaren Energieträgern.

 

 Seite druckenSeite drucken

 Mehr Informationen:

UBA: Hintergrund- papier: Braunkohle – ein subventionsfreier Energieträger? (pdf)

Greenpeace

 

 Lesen Sie auch:

Zwischen Clement und Trittin bahnt sich Streit über Braunkohle an

Clement fordert von Stromkonzernen Preisstopp bis 2005

Greenpeace: Neues Energiegesetz wird Klimaschutz nicht gerecht

Auf dem Weg zum emissionsfreien Kohlekraftwerk?

 

 Werbung

zurück zur vorherigen Seite    nach oben

News: Seite 1 | Politik | Natur | Wissenschaft| Wirtschaft
Rubriken: Home | Suche | News | Themen | Aktion
vista verde: Impressum | Hilfe | Werbung

 

© vista verde 2004
Alle Rechte vorbehalten
Jede Vervielfältigung - auch auszugsweise - bedarf der Genehmigung