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Nachhaltigkeitsrat für mehr Energieforschung und Effizienz
In Deutschland werden Energieforschung und Effizienz
vernachlässigt. Der Nachhaltigkeitsrat fordert die Bundesregierung
zu einer Ausweitung der Forschungsetats und mehr Anreizen zu Energieeinsparungen
auf.
(vv) - Wie kann mit Energie und Ressourcen sparsam und effizient
gewirtschaftet werden, so dass wirtschaftliche Entwicklung und
Wettbewerbsfähigkeit auch bei steigenden Öl- und Gaspreisen
gewährleistet sind? Wie kann Deutschland seine Abhängigkeit
von Energieimporten verringern? Wie müssen Ziele für
die Klimapolitik aussehen? Antworten auf diese Fragen gab der
Rat für Nachhaltige Entwicklung in seinen neuen energiepolitischen
Empfehlungen an die Bundesregierung.
Bessere Abstimmmung der Energiepolitik
Die Energiepolitik der Vergangenheit habe zu vielen Widersprüchen
geführt, nun sei eine abgestimmte Strategie notwendig, mahnte
der Rat. Beispielsweise unterlägen die Brennstoffe Kohle,
Öl und Gas keiner systematisch einheitlichen Besteuerung,
ähnliches gelte für Diesel- und benzingetriebene Fahrzeuge.
Off-shore-Wind werde zwar massiv gefördert, die notwendige
Infrastruktur für den Stromtransport aber werde vernachlässigt.
Auch sei unbestritten, dass der Ausstieg aus der Kernenergie zu
einer Energielücke und zu mehr CO2 führen werde - politische
Gegenkonzepte aber fehlten weitgehend.
Die Forschungs- und Innovationspolitik fokussiere außerdem
zu stark auf die Bereiche der Energiebereitstellung, kritisierte
der Rat. Sie vergesse dabei die großen Potenziale für
Energieeinsparungen in klassischen Industriesektoren, die Möglichkeiten
zur besseren Nutzung und Substitution energieintensiver Materialien
und Werkstoffe oder die Vorteile von Wiederverwendung und Recycling
von Produkten und Abfällen.
Zehn Punkte für mehr Energieforschung und
Effizienz
In zehn Punkten nannte der Nachhaltigkeitsrat die wichtigsten
Empfehlungen an die Bundesregierung: Ehrgeizige nationale und
europäische Ziele im Klimaschutz, gezielte Forschungsprogramme
für eine höhere Material- und Energieeffizienz, ein
Emissionshandelsregime, das möglichst wenig Ausnahmen zulässt,
außerdem Anreize zur effizienteren Nutzung von Energiedienstleistungen
in Haushalten und im Verkehrssektor und ein Effizienzstandard
für Massenprodukte. Vor allem forderte der Rat eine Ausweitung
des Energieforschungsetats auf ein Niveau, wie es nach den Ölkrisen
in den 70er Jahren erreicht wurde. Die Ausgaben für Energieforschung
seien seit 1991 um rd. 40 Prozent zurückgegangen.
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