|
Sprit aus Pflanzen: Künast setzt auf synthetische Biokraftstoffe
Verbraucherministerin Renate Künast setzt
zur Verringerung der Abhängigkeit von Öl und Benzin
auf synthetische Biokraftstoffe.
(vv) - Verbraucherministerin Renate Künast (Grüne)
will die Forschung und Entwicklung synthetischer Biokraftstoffe
in Deutschland fördern. Dazu hat die Ministerin eine Informationsplattform
für so genannte Biomass-to-Liquid (BTL)-Kraftstoffe ins Leben
gerufen. "BTL-Kraftstoffe sind die vielversprechendste Option
für eine zügige und weitreichende Abkehr von auf Erdöl
basierenden Kraftstoffen," sagte Künast am Dienstag
in Berlin.
Anders als bei Biodiesel aus Raps soll für BTL-Kraftstoffe
zukünftig eine ganze Palette verschiedener pflanzlicher Rohstoffe
genutzt werden: Das Spektrum reicht von schnell wachsenden Baumarten
wie Pappeln und Weiden bis hin zu Reststoffen, zum Beispiel Stroh,
Restholz und Bioabfälle. Einen großen Beitrag erhofft
man sich zudem vom Anbau von Energiepflanzen. Vorteilhaft sei
auch, dass sämtliche Bestandteile der Pflanzen verwertbar
sind.
BTL-Kraftstoffe könnten an unterschiedliche Motoren angepasst
werden und hätten sehr niedrige Emissionswerte. Nach vorläufigen
Berechnungen könnten pro Hektar landwirtschaftlicher Fläche
wenigstens 3.300 Liter BTL-Kraftstoff erzeugt werden. Europaweit
ließen sich so nach ersten Abschätzungen bis zu 40
Prozent des Kraftstoffbedarfs durch Biomasse decken.
Noch befänden sich BTL-Kraftstoffe im Entwicklungsstadium,
sagte Künast. Es gelte viele Fragen zum Beispiel zu Herstellung,
Logistik, Ökobilanz und Wirtschaftlichkeit zu klären.
Um einen besseren Austausch unter Auto- und Anlagenherstellern,
Landwirten und Wissenschaftlern zu ermöglichen, hat das Bundesverbraucherministerium
das Netzwerk "BTL-Informationsplattform" ins Leben gerufen.
Seite
drucken
|