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Hybridmotoren: Verschlafen deutsche Autokonzerne neuen Trend?
Studien gehen davon aus, dass bis 2025 bereits
die Hälfte aller Autos einen Hybridantrieb haben werden.
Verschlafen deutsche Autokonzerne den neuen Trend?
(vv) - Stetig steigende Benzinpreise bereiten den Autofahrern
zunehmend Sorgen und wecken das Interesse an Alternativen zu den
klassischen Verbrennungsmotoren, die auf Benzin oder Diesel setzen.
"Immer mehr kommen hier sogenannte Hybridmotoren zum Einsatz,
die ein Automobil sowohl mittels herkömmlichen Brennstoff
als auch mit Strom betreiben, der - etwa beim Bremsen - teilweise
sogar noch während der Fahrt gewonnen wird", berichtet
der Branchendienst "Erfolg" der Düsseldorfer Unternehmensgruppe
"Investor und Treuhand" in seiner Oktober-Ausgabe.
Solche Wagen werden derzeit vor allem von japanischen Anbietern
angeboten. Toyota und Honda feiern mit ihren Hybridfahrzeugen
bereits große Erfolge auch auf dem deutschen Markt.
"Studien gehen davon aus, dass bis 2025 bereits die Hälfte
aller Automobilmotoren auf Hybrid-Basis funktionieren werden.
Diesen Trend haben die deutschen Automobilproduzenten bislang
nahezu völlig verschlafen. Zwar arbeiten DaimlerChrysler
und BMW auf unterschiedlichen Wege an der Nutzung von Wasserstoff
als neue Antriebsquelle. Doch die hierbei verfolgten Lösungen
sind noch weit von einer möglichen Serienreife entfernt",
führt "Erfolg" aus.
Wasserstoffautos frühestens 2010 am Markt
Während die bayrischen Automobilproduzenten Wasserstoff
direkt als Brennstoff einsetzen wollen, setzen die Schwaben auf
die Brennstoffzelle. "In ihr produziert Wasserstoff elektrische
Energie, die dann zum Antrieb des Fahrzeugs genutzt wird. Doch
die ersten Mercedes-Modelle mit Brennstoffzellenantrieb werden
frühestens 2010 in größerem Umfang auf den Markt
kommen können. Etwa zur gleichen Zeit wollen auch BMW und
Opel erste Wasserstoffautos anbieten. Europas größter
Automobilkonzern, Volkswagen, setzt dagegen weiter auf die Weiterentwicklung
des klassischen Verbrennungsmotors", so "Erfolg".
SUV: "Verschwendungssucht pur"
Experten bemängeln, dass bei allem Fortschritt in der Automobiltechnik
der Durchschnittsverbrauch der in Deutschland gebauten Autos kaum
sinke, da immer schwerere und größere Fahrzeuge mit
stärkeren Motoren gebaut werden. "Besonders Konzepte,
die sich optisch an den Geländewagen orientieren, wie die
Sports-Utility-Vehicle (SUV), in der Praxis zwei Tonnen schwere
PKW mit Leistungen von 250 PS und mehr, gehen dramatisch an der
Realität vorbei. Das ist Verschwendungssucht pur. Was wir
brauchen sind intelligente Konzepte, um auf hochgradig gefüllten
Strassen und Autobahnen im täglichen Stop-and-go Verkehr
Energie zu sparen. Gerade dafür sind Hybrid-Antriebe bestens
geeignet", so der Unternehmensberater Ralf Sürtenich
aus Düsseldorf.
Falsche Akzente gesetzt
Ähnlich wie beim Thema Partikelfilter für Dieselmotoren
habe die deutsche Automobilindustrie auch bei den Antriebkonzepten
in den letzten Jahren die falschen Akzente gesetzt. "Die
Quittung für eine verfehlte Markteinschätzung ist prompt
bei den meisten deutschen Herstellern eingetroffen", stellt
der Autoexperte Sürtenich fest. Da grundlegende Entwicklungen
in der Automobilindustrie mehrere Jahre benötigten, würde
es sich anbieten, Technologie-Kooperationen mit den Herstellern
einzugehen, die weltweit bei der Entwicklung der Hybrid-Antriebe
führend sind. Unterm Strich würde die weitere Konzentration
auf Nischensegmente wie mit den extrem leistungsstarken Luxusfahrzeugen
auch den deutschen Herstellern keinen Profit bringen, sondern
nur die breite Einführung von Innovationen im Massenmarkt.
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