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Ungenutzte Energie in Abwasser
Städtische Abwässer enthalten sehr
viel mehr Energie, als zu ihrer Reinigung notwendig wäre.
Die Überschüsse könnten ins Stromnetz eingespeist
werden.
(jkm) - Über 80 Prozent der in organischen Bestandteilen
im Abwasser gebundenen chemischen Energie könnten in das
Stromnetz eingespeist werden - entsprechende Methoden zu ihrer
Nutzung vorausgesetzt. Das haben zwei kanadische Ingenieure ermittelt.
Ioannis Shizas und David Bagley von der University of Toronto
nahmen Abwasserproben unmittelbar vor den Einlässen von vier
Klärwerken der kanadischen Großstadt. Mittels der so
genannten Bombenkalorimetrie ermittelten sie, welche Energiemenge
bei der Verbrennung der in dem Wasser enthaltenen organischen
Verbindungen freigesetzt würde.
Toronto: 113 Megawatt pro Jahr "durch den
Abfluß"
Wie die Forscher im "Journal of Energy Engineering"
schreiben, gehen allein in Toronto jährlich 990 Millionen
Kilowattstunden Energie durch den Kanal verloren - entsprechend
einer mittleren Leistung von 113 Megawatt. "Könnten
wir ein Fünftel dieses Potenzials in Elektrizität umwandeln,
könnten die Kläranlagen genügend Strom für
ihren Betrieb erzeugen", erläutert Bagley.
Eine Möglichkeit, besonders viel Energie aus Abwasser zu
gewinnen, sehen die beiden Forscher in der großangelegten
Vergärung des Klärschlamms unter Sauerstoffabschluss.
Das dabei von anaeroben Bakterien produzierte Methan weise einen
hohen Energiegehalt auf.
"Wir sehen einer Zukunft entgegen, in der Abwasser und auch
andere Abfälle als Ressourcen gelten werden", ist Bagley
überzeugt. "Wenn die Stromkosten steigen, wie das beispielsweise
in Kalifornien geschehen ist, könnte Abwasser eine kosteneffektive
und erneuerbare Energiequelle darstellen."
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