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- 14.09.2004 -

 

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Pilotanlage für Gezeitenenergie erfolgreich

Die Pilotanlage eines Meeresströmungs-Kraftwerkes vor der englischen Küste erzeugte mehr Leistung als gedacht. Schon wird eine größere Anlage geplant.

(vv) - Beständig wechseln in vielen Meeren Ebbe und Flut etwa alle sechs Stunden und setzen riesige Wassermassen in Bewegung. Mit Meeresströmungs-Kraftwerken können diese als erneuerbare Energiequelle zur Stromerzeugung genutzt werden. Der BINE Informationsdienst stellte jetzt die Ergebnisse der "Seaflow"-Pilotanlage vor, die 2003 im Rahmen eines britisch-deutschen Forschungsprojekts vor der englischen Küste in Betrieb genommen wurde.

 


© Marine Current Turbines

Zukunftsvision: Mehrere "Seaflow"-Anlagen könnten einmal einen solchen Kraftwerkspark unter Wasser bilden.

 

Deutsches Know-how aus der Windenergie gefragt

Die Anlage ähnelt einer Windenergieanlage - doch der Rotor dreht unter Wasser. Der Prototyp war auf eine Leistung von 300 kW ausgelegt. Der Rotor übertraf im Betrieb die Prognosewerte um 25% und konnte damit sogar die, im Vergleich zu den Berechnungen, etwas geringere Tidenströmung nahezu ausgleichen. Bei der Konstruktion zentraler Bauteile war das Know-how deutscher Experten aus der Windenergie gefragt. Rotor, elektrisches System, Steuerung und Regelung der Anlage wurden am Institut für Solare Energieversorgungstechnik (ISET) in Kassel gemeinsam mit Komponentenherstellern entwickelt und optimiert.

Potenzial von 12 Gigawatt in Europa

Ein idealer Standort für ein Meeresströmungskraftwerk verfügt über eine Wassertiefe von 15 bis 20 Metern bei einer Strömungsgeschwindigkeit von 2 bis 3 Metern pro Sekunde. Solche Bedingungen finden sich bevorzugt in Meeresbuchten, Meerengen und zwischen Inseln. Zwar sind sie an deutschen Küstengewässern kaum zu finden, aber allein für Europa sind etwa 100 geeignete Standorte mit einem Potenzial von 12 Gigawatt bekannt. Dabei wurde bislang noch keine systematische Standortsuche durchgeführt.

Nur geringe Auswirkungen auf die Umwelt

Bei der Pilotanlage wurden auch die Auswirkungen auf Wellen, Seeboden, Wasserqualität, Meereslebewesen, Vögel sowie Fischerei und Schifffahrt untersucht. In allen Punkten wurde nach Angaben von BINE die Beeinträchtigung als gering eingestuft.

Die nächste Anlagengeneration der Strömungskraftwerke wird laut BINE bereits konzipiert: sie wird mit zwei Rotoren bereits eine Gesamtleistung von 1,2 Megawatt erreichen. Die Stromgestehungskosten könnten bei in Serie gefertigten Anlagen zwischen 5 und 10 Cent je Kilowattstunde liegen.

BINE ist ein Informationsdienst des Fachinformationszentrums Karlsruhe und wird vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert.

 

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 Mehr Informationen:

BINE: Seaflow - Strom aus Meeresströmungen (pdf)

Marine Current Turbines

ISET

Mehr Strom aus Flut und Wellen

Wellenenergie

 

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