|
Weltweite Klimaschutzpolitik noch ohne sichtbare Erfolge
Wirtschaftsinstitut: Die weltweite Klimaschutzpolitik
kann nach wie vor keine sichtbaren Erfolge bei der Senkung des
Treibhausgasausstosses vorweisen.
(vv) - Die internationale Klimaschutzpolitik läuft nach wie
vor ihren Zielen zur Reduktion der Treibhausgas-Emissionen hinterher,
so der aktuelle Wochenbericht des Deutschen Instituts für
Wirtschaftsforschung (DIW). Trotz mancher klimaschutzpolitischer
Maßnahmen sind die teilweise krassen Abweichungen zwischen
den im Kyoto-Protokoll vereinbarten Klimaschutzzielen und den
bisher erreichten Ergebnissen unübersehbar, teilte das DIW
in Berlin mit.
So waren die Treibhausgas-Emissionen im Jahre 2002 in den OECD-Ländern,
die Ende 1997 in Kyoto eine Emissionsreduktion bis zur Periode
2008/2012 zugesagt hatten, noch um rund 8 % höher als im
Basisjahr 1990. Die Emissionen von Kohlendioxid (CO2), dem mit
großem Abstand wichtigsten Treibhausgas, sind nach vorläufigen
Schätzungen im Jahre 2003 weltweit um nahezu 4 % gestiegen.
Damit waren die CO2-Emissionen im Jahre 2003 um fast ein Fünftel
höher als 1990.
Noch weit von vereinbarten Zielen entfernt
Die EU habe zwar mit dem bevorstehenden Beginn des Emissionshandels
ihre Entschlossenheit zur Umsetzung des Kyoto-Protokolls unterstrichen.
Inzwischen hätten die meisten EU-Länder auch einen Nationalen
Allokationsplan für die Periode 2005/2007 vorgelegt. Angesichts
des in vielen EU-Mitgliedstaaten nach wie vor sehr weiten Abstands
des derzeitigen Emissionsniveaus von den vereinbarten Zielen und
den überwiegend sehr moderaten Emissionsvorgaben in den Nationalen
Allokationsplänen für 2005/2007 seien jedoch erhebliche
Zweifel an der Zielerreichung angebracht.
Innerhalb der 15 alten EU-Länder haben nach den vorliegenden
Emissionsinventaren lediglich Großbritannien, Frankreich
und Schweden ihre Reduktionsziele schon heute übertroffen,
und Deutschland ist ihnen recht nahe gekommen. Dies kann nach
Meinung des DIW jedoch kein Anlass sein, mit den klimaschutzpolitischen
Anstrengungen nun nachzulassen, zumal längerfristig noch
schärfere Reduktionsziele verwirklicht werden sollen.
Seite
drucken
|