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Künast will Holzverbrauch um 20 Prozent steigern
Verbraucherministerin Künast hat dazu aufgerufen,
verstärkt heimisches Holz als Rohstoff und Baustoff zu verwenden.
(vv) - "Wer Holz verwendet, trägt zum Umwelt- und zum
Klimaschutz bei und hilft, Arbeitsplätze in ländlichen
Regionen zu schaffen und zu sichern", sagte Bundesverbraucherministerin
Renate Künast (Grüne) am Freitag bei der Präsentation
der "Charta für Holz" in Bonn. Die Bundesregierung
will mit der Charta gemeinsam mit Gewerkschaften, Wirtschafts-
und Naturschutzorganisationen den Holzabsatz steigern. "Unser
gemeinsames Ziel ist es, den Holzverbrauch in den nächsten
10 Jahren um 20 Prozent zu steigern", so die Ministerin.
1 Million Arbeitsplätze
Holz sei ein natürlicher, nachhaltig verfügbarer Rohstoff
mit vielfältigen Vorteilen. Die Nutzung von Holz leiste einen
Beitrag zur Verringerung der CO2-Konzentration in der Atmosphäre.
Die Holzverarbeitung sei in der Regel mit vergleichsweise kürzeren
Transportwegen und weniger Energieaufwand möglich. Schnelles
und preiswertes Bauen, angenehmes Raumklima sowie guter Wärmeschutz
seien weitere Argumente für die Holzverwendung. Die Forst-
und Holzwirtschaft sei zudem ein bedeutender Wirtschaftssektor
mit rund 1 Million Arbeitsplätzen und 100 Milliarden Umsatz.
Erhebliches Potenzial
Künast wies darauf hin, dass derzeit weniger als zwei Drittel
des jährlichen Holzzuwachses in heimischen Wäldern genutzt
werde. Auch für die Zukunft stehe somit ein erhebliches Potenzial
an Holz zur Verfügung, ohne die Kriterien der Nachhaltigkeit
zu verletzen. Mit einer stärkeren Nutzung des heimischen,
zumeist zertifizierten Holzes könne auch ein Beitrag zur
Entlastung der Wälder in anderen Teilen der Welt geleistet
werden, wo nachhaltige Waldbewirtschaftung nicht immer sichergestellt
sei.
WWF: Sackgasse
Genau dies bezweifelt der WWF. Die Umweltorganisation sieht die
Verbraucherministerin auf dem Holzweg. "Das Ziel der Ministerin
begrüßen wir, aber der vorgeschlagene Weg führt
in eine Sackgasse", erklärte eine WWF-Specherin. Sie
kritisierte, dass die Verbraucherministerin nur schwache Kriterien
an eine nachhaltige Waldnutzung anlege. Auch vermisst der WWF
wirksame Maßnahmen gegen die Einfuhr illegalen Holzes aus
anderen Ländern.
Durchbruch für den Holzabsatz
Der Deutsche Naturschutzring (DNR) erhofft sich hingegen von
der Charta einen Durchbruch für den Holzabsatz. "Ein
Durchbruch beim Absatz heimischer Hölzer kann nur erreicht
werden, wenn der Bausektor erobert wird", sagte DNR-Generalsekretär
Helmut Röscheisen. Er forderte den Aufbau eines Schutzgebiets-
und Biotopverbundsystems zum Erhalt der biologischen Vielfalt
im Wald.
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