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"Ölscheichs von morgen": Künast setzt auf
Bioenergie
Landwirtschaftsministerin Renate Künast
setzt angesichts steigender Ölpreise auf den Ausbau der Bioenergie.
Land- und Forstwirte könnten zu den "Ölscheichs
von morgen" werden.
(vv) - Landwirtschaftsministerin Renate Künast (Grüne)
setzt angesichts steigender Ölpreise auf eine größere
Verwendung von Getreide und Raps als Biokraftstoff. Deutsche Land-
und Forstwirte könnten "in großem Stil" zu
Energie- und Rohstoffwirten werden, zu "Ölscheichs von
morgen". Zehntausende Arbeitsplätze vornehmlich im ländlichen
Raum könnten so gesichert und geschaffen werden, sagte Künast
am Montag in Berlin bei der Vorlage des Ernteberichts.
Der Anbau von Nachwachsenden Rohstoffen auf den landwirtschaftlich
genutzten Flächen in Deutschland könnte nach Angaben
des Verbraucherministeriums von derzeit rund 830.000 ha auf mindestens
2 Mio. ha, nach Meinung einiger Experten langfristig sogar auf
ca. 3-4 Mio. ha Ackerfläche, ausgebaut werden. Die zur Verfügung
stehenden organischen Nebenprodukte und Abfallstoffe (z.B. Stroh,
Abfälle der Lebensmittelindustrie, Klärschlamm etc.)
würden zusätzlich einen noch kaum gehobenen Schatz darstellen.
Auch die Nutzung von Waldholz zur Stromerzeugung erhalte durch
die Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) einen
wichtigen Impuls. Trotzdem wachse in Deutschland jedes Jahr immer
noch viel mehr Holz zu als genutzt werde.
Bereits 50.000 Arbeitsplätze
Schon jetzt profitiere der ländliche Raum. So seien im letzten
Jahr im Bioenergiesektor Umsatzerlöse von rund 1,3 Milliarden
Euro erzielt worden, gleichzeitig wurden rund 1,5 Milliarden Euro
investiert. In der Gesamtbilanz sind dies fast 2,9 Milliarden
Euro allein im Bioenergiebereich. Künast geht davon aus,
dass schon jetzt rund 50.000 Arbeitsplätze durch die Produktion
und Nutzung von Bioenergieträgern geschaffen worden sind,
mit wachsender Tendenz.
Noch kein Selbstläufer
Allerdings seien die nachwachsenden Rohstoffe noch kein Selbstläufer.
Geeignete staatliche Rahmenbedingungen seien genauso notwendig
wie unternehmerisches Engagement, um die Chancen dieser Zukunftsbranche
zu nutzen. Die Bundesregierung habe in den letzten Monaten wichtige
Verbesserungen in der Förderpolitik erreicht. Dazu gehörten
die verbesserten Förderkonditionen für Bioenergieanlagen
zur Wärmegewinnung im Rahmen des Markteinführungsprogrammes-Erneuerbare-Energien
(MAP), die Erweiterung der Steuerbefreiung für Biotreibstoffe
und die am 1. August in Kraft getretene EEG-Novelle. Damit seien
innerhalb kurzer Zeit die Rahmenbedingungen für sämtliche
Nutzungsformen der Biomasse (Strom, Wärme, Treibstoffe) spürbar
verbessert worden, so die Ministerin.
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