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Klima-Kälte ohne Öko-Reue
Die TU Hamburg-Harburg nutzt die Abwärme
von Blockheizkraftwerken und sowie Erdsonden zur Kühlung
von Gebäuden.
Hamburg (vv) - Die Technische Universität Hamburg-Harburg
konnte jetzt in dem Gebäude einer Firma für Bordmesstechnik
nachweisen, dass eine umweltfreundliche und wirtschaftliche Klimatisierung
ohne Kältemaschine möglich ist. Der Clou: Die Wissenschaftler
nutzen die Abwärme von Blockheizkraftwerken (BHKW), die im
Sommer über eine geringe Nachfrage nach Wärme klagen,
und das kühle Erdreich über Sonden. Unterstützt
wurde das Projekt mit über 100.000 Euro von der Deutschen
Bundesstiftung Umwelt (DBU).
Herkömmliche Technik benötigt viel
Energie
Die Klimatisierung von Gebäuden erfordert ein Abkühlen
und Entfeuchten der Außenluft, wobei Letzteres in der Regel
die größere Energiemenge schluckt. Stand der Technik
ist der Einsatz elektrisch betriebener Kälteanlagen. Hier
wird die Luft unter den Taupunkt abgekühlt, um den Dampf
auszukondensieren, das Wasser also trennen zu können. Anschließend
muss die nun trockene Luft wieder auf das gewünschte Niveau
erwärmt werden.
In der Demonstrationsanlage in Hamburg wurde ein Klimatisierungskonzept
bestehend aus einem Adsorptionsrad - einer Art sich drehendem
Filter -, einem BHKW und Erdsonden umgesetzt. Die Besonderheit:
getrocknet wird die Luft nicht mehr unter Einsatz der hochwertigen
Energie Strom, sondern durch das Adsorptionsrad und die Abwärme
des BHKW. Die trockene Frischluft wird mit der Kälte aus
den Erdsonden auf die gewünschte Temperatur gebracht.
Nutzung der Fußbodenheizung im Sommer
zur Kühlung
Weitere Besonderheit: Die Nutzung der Fußbodenheizung im
Sommer zur Kühlung. Wird üblicherweise die gesamte Kühlung
über den Austausch von Luft bewerkstelligt - was oft zu den
bekannten unangenehmen Zugerscheinungen aufgrund der großen
Luftmengen führt -, wird hier der Fußboden zum Flächenkühler.
Die Anlage wurde mit entsprechender Messtechnik ausgestattet,
um Wirtschaftlichkeit und Energiebedarf mit herkömmlichen
Systemen vergleichen zu können. Zwei Jahre lang wurde der
Sommer- und Winterbetrieb begleitet.
Herkömmliche Technik hat 14 Prozent höheren
Energiebedarf
In der Betrachtung eines ganzen Jahres wurde festgestellt, dass
ein vergleichbares Gebäude mit einem herkömmlichen Klimatisierungssystem
einen um 14 Prozent höheren Primärenergiebedarf aufweist.
DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde: "Gegenüber
einer elektrisch betriebenen Nur-Luft-Klimaanlage ist die Demonstratrionsanlage
wegen der vergleichbaren Investition und der erheblich niedrigeren
Betriebskosten von Anfang an wirtschaftlich. Die Klimatisierung
von Gebäuden wird sich zukünftig auch in gemäßigten
Klimazonen weiter verbreiten. Insofern kommt dem Projekt und seinen
Ergebnissen vor allem aber auch ökologisch eine besondere
Bedeutung zu."
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