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- 05.08.2004 -

 

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Katalysator macht Dieselmotoren umweltfreundlicher

Bald schon könnten die Überschreitungen des Ozon-Grenzwerts im Sommer der Vergangenheit angehören.

(vv) - Das Paul Scherrer Institut (PSI) in der Schweiz hat ein neuartiges Katalysatorsystem entwickelt, das Dieselabgase nahezu frei von Stickoxiden macht. Dadurch entfallen die Hauptverursacher des Sommer-Ozons. Der Prozess benötigt eine Harnstofflösung, die zukünftige Nutzfahrzeuge mit Dieselmotor in einem separaten Nachfülltank mitführen können.

Weil Dieselmotoren ihren Treibstoff effizienter nutzen als Benzinmotoren, gelten sie als vergleichsweise ökonomisch und umweltfreundlich. Doch die Dieselverbrennung hat auch einen gravierenden Nachteil: Sie produziert Stickoxide, die bei starker Sonneneinstrahlung die Bildung von schädlichem Ozon fördern. «Heute sind Dieselmotoren letztlich der Hauptgrund für hohe Ozonwerte im Sommer», erklärt Oliver Kröcher vom PSI. Bereits 2005 werden deshalb die Abgasnormen für Dieselmotoren europaweit massiv verschärft. Weitere Senkungsschritte sind bereits geplant.

Um die neuen Grenzwerte zu erfüllen, setzen Motorenhersteller zur Zeit auf eine Technik namens SCR (Selective Catalytic Reduction). Dabei werden Stickoxide mit Hilfe eines Katalysators und unter Zugabe einer ungiftigen Harnstofflösung in Luftstickstoff und Wasserdampf umgewandelt. Das Prinzip dürfte sich in absehbarer Zeit bei allen Nutzfahrzeugen mit Dieselmotor durchsetzen, ist Kröcher überzeugt. Dieselfahrer sollten sich also künftig an das Nachfüllen eines zusätzlichen Harnstoff-Tanks gewöhnen.

 


© Roland Keller/PSI

Chemiedoktorandin Gaia Piazzesi zeigt den wabenförmigen SCR-Katalysator, der mehr als 90 Prozent der Stickoxide im Abgasstrom entfernt. Rechts zu sehen ist der Dieselmotor des Teststands.

 

Nullemission für Verbrennungsmotoren als Fernziel

Wissenschaftler am PSI haben jetzt einen praxistauglichen SCR-Katalysator entwickelt, der deutlich mehr als 90 Prozent der Stickoxide in den Abgasen unschädlich machen soll. «Unser Katalysator hat eine minimale Grösse und kann dank einem ausgeklügelten Regelsystem verhindern, dass der bei der Reaktion entstehende schädliche Ammoniak entweicht», beschreibt Kröcher die Vorzüge der PSI-Entwicklung. Damit der Abbau der Stickoxide optimal funktioniert, wird die beigefügte Menge Harnstoff laufend den verschiedenen Phasen einer Autofahrt angepasst.

Mit der Senkung des Stickoxidausstosses lässt sich auch das Problem der gesundheitsschädigenden Russpartikel aus Dieselmotoren entschärfen. Zwar können Dieselmotoren auf eine tiefe Russproduktion ausgerichtet werden, sie produzieren dabei aber mehr Stickoxide. Dieser Nachteil soll durch den neuen SCR-Katalysator stark verringert. Die Forscher am PSI wollen gemäss Kröcher noch mehr erreichen: «Wir arbeiten langfristig an Nullemissionskonzepten, mit dem Ziel, Brennverfahren zu entwickeln, die ausser Kohlendioxid keine Schadstoffe produzieren.»

 

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 Mehr Informationen:

PSI

 

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