Greenpeace klagt gegen geheime Genmais-Felder
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace will Sachsen-Anhalt auf gerichtlichem Wege zur Offenlegung geheim gehaltener Genmais-Felder zwingen.
Hamburg (vv) - Zur Offenlegung geheim gehaltener Genmais-Felder in Sachsen-Anhalt reichte Greenpeace am Mitwoch eine Klage gegen die Landesregierung beim Verwaltungsgericht Magdeburg ein. Greenpeace möchte per Gerichtsbeschluss Akteneinsicht erhalten und damit die Standorte des Genmais in Sachsen-Anhalt öffentlich machen. Nach Auffassung von Greenpeace schädigt die Verheimlichung der umstrittenen Gen-Mais-Felder Landwirte und Imker und verstößt gegen das geplante neue Gentechnikgesetz und geltendes EU-Recht.
"Die Landesregierung deckt die Geheimniskrämerei um den Genmais und ruiniert so den Ruf Sachsen-Anhalts", erklärte Henning Strodthoff, Gentechnik-Experte von Greenpeace. Die Landesregierung behaupte, die genaue Lage der Genmais-Felder nicht zu kennen. Diese Behauptung wolle Greenpeace gerichtlich überprüfen lassen.
Nach dem geplanten Gentechnikgesetz müssen Gen-Pflanzen mindestens drei Monate vor der Freisetzung in einem öffentlichen Kataster registriert werden. Landwirte und Imker können sich mit dieser Regelung besser gegen eine Verunreinigung ihrer Ernte schützen. Das Gesetz wird voraussichtlich noch in diesem Jahr verabschiedet.
In Sachsen-Anhalt wurde der schädlingsresistente Mais auf sechs Flächen mit insgesamt 60 Hektar angebaut. "In diesen Tagen blüht der genmanipulierte Mais und es kann zum Pollenflug auf benachbarte Flächen kommen. Zusätzlich können die Pollen durch Insekten kilometerweit transportiert werden", erklärte Strodthoff. Bisher seien nur Landwirte und Imker in der direkten Nachbarschaft über die Lage der Gen-Felder informiert worden. In der Vergangenheit waren solche Versuchsfelder wiederholt von Gentechnikgegnern zerstört worden.
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