Greenpeace: In Deutschland praktisch kein Gen-Food
Der deutsche Lebensmittelmarkt ist nach Angaben von Greenpeace "praktisch gentechnikfrei".
(vv) - Die Umweltorganisation veröffentlichte am Montag eine Untersuchung, wonach in Supermärkten lediglich vier Produkte mit Gen-Zutaten aufgespürt wurden: Eine Suppe und ein Getränkepulver der Firma Herbalife, ein asiatisches Tofu-Produkt und den Schokoriegel Butterfinger von Nestlé. Vor genau 100 Tagen trat die EU-Verordnung in Kraft, nach der Produkte mit Zutaten aus gentechnisch veränderten Pflanzen gekennzeichnet werden müssen.
"Der deutsche Markt ist praktisch gentechnikfrei. Ein großer Erfolg für die deutschen Verbraucher, die Gen-Food überwiegend ablehnen. Alle großen Lebensmittelhersteller und -händler haben ihre Rezepturen dem Verbraucherwunsch entsprechend geändert", sagte Corinna Hölzel von der Greenpeace-Verbraucherorganisation EinkaufsNetz. Ähnlich sehe es auch in anderen europäischen Ländern aus. "In Spanien, Italien, Griechenland, Schweden und Österreich haben Verbraucher dafür gesorgt, dass Gen-Produkte ganz vom Markt gedrängt worden sind." Nur wenige - meist importierte - Produkte mit Gen-Zutaten würden in den übrigen EU-Ländern angeboten.
Dennoch hat die Verordnung laut Greenpeace eine gravierende Lücke: Milch, Eier und Fleisch müssten auch dann nicht gekennzeichnet werden, wenn Tiere mit Gen-Pflanzen gefüttert wurden. "Der in Unwissenheit gehaltene Verbraucher finanziert so den weltweiten Anbau von Gen-Pflanzen mit", erklärt Hölzel. Umfragen belegten jedoch, dass die große Mehrheit der Verbraucher Gentechnik weder in Lebensmitteln noch im Tierfutter akzeptiere. "Diese Gesetzeslücke muss geschlossen werden", forderte Hölzel. "Genmanipulierte Pflanzen sind eine Gefahr für die Umwelt. Einmal freigesetzt, können sie sich unkontrolliert ausbreiten."
Das EinkaufsNetz startete aus diesem Grund eine Unterschriftenaktion für die Kennzeichnung von tierischen Produkten. Die Unterschriften sollen den zuständigen Politikern in Brüssel übergeben werden.
|