Erdwärme: Bohrbeginn beim "SuperC"
Am Montag beginnen im Aachener Hochschulviertel die Bohrarbeiten für die tiefe Erdwärmesonde.
(vv) - Die 2500 m tiefe Bohrung versorgt demnächst das "SuperC", das zentrale Service-Center für Studierende der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH). Erstmals in Deutschland soll ein großes Gebäude direkt vor Ort durch Erdwärme beheizt werden.
Tiefe Erdwärmsonden kommen ohne Thermalwasservorkommen im Untergrund aus. Durch einen geschlossenen Kreislauf wird Wasser in die Tiefe geleitet. Es erwärmt sich auf dem Weg in die Tiefe am Gestein auf bis zu 70 Grad Celsius und wird an die Oberfläche zurückgepumpt. Dort wird es direkt in das Heizungssystem des "SuperC"-Gebäudes eingespeist. Im Sommer kann die Erdwärme mithilfe einer Adsorptionskältemaschine auch zur Kühlung benutzt werden.
NRW-Infrastrukturminister Axel Horstmann sagte beim Bohrbeginn: "Wir unterstützen die Weiterentwicklung der Erdwärmenutzung, damit zukünftig in NRW vorhandene geothermische Potenziale wesentlich stärker genutzt werden. Geothermie kann für nordrhein-westfälische Unternehmen nicht zuletzt auch unter dem Gesichtspunkt neuer Exportmärkte sehr interessant sein. Projekte zur Nutzung von Geothermie entstehen derzeit weltweit, aber auch in den geologisch interessanten Regionen Europas und Vorderasiens, etwa in den Balkanstaaten und in der Türkei. Deutsche und gerade nordrhein-westfälische Unternehmen haben hier die Chance, hochinteressante Marktpotenziale zu erschließen."
|