Grünes Licht für Emissionshandel
Die EU-Kommission stimmt dem deutschen Zuteilungsplan
für den Handel mit Treibhausgasen unter Auflagen zu.
(vv) - Die Europäische Kommission hat den deutschen Zuteilungsplan
für Abgasrechte für die Jahre 2005 bis 2007 genehmigt.
Danach darf die Bundesregierung an Unternehmen Zertifikate für
Treibhausgasemissionen mit einem Gesamtvolumen von 1497 Tonnen
vergeben. Das sind 499 Tonnen pro Jahr. In ihrer Entscheidung
über den deutschen Plan zur Zuteilung der Zertifikate kritisiert
die Kommission gleichwohl die Absicht Deutschlands, sogenannte
Ex-post-Anpassungen bei der Zuteilung von Zertifikaten für
neue Marktteilnehmer vorzunehmen. Durch derlei Änderungen
könnten neue Marktteilnehmer gegenüber den bereits im
nationalen Zuteilungsplan erfassten Anlagenbetreibern ungerechtfertigt
bevorzugt werden. Aus der Sicht der Kommission kann der Staat
in diesem Fall Deutschland nicht genutzte Emissionsrechte
nicht zurücknehmen und neu verteilen. An dieser Stelle müsse
deshalb der deutsche Plan geändert werden. Auch in Ausnahmefällen
soll die einmal festgelegte Zuteilung von Zertifikaten nicht geändert
werden. Diese Handhabung, etwa wenn die Kapazitätsauslastung
einer im nationalen Zuteilungsplan erfassten Anlage geringer ist
als erwartet, lehnt die Kommission ab. Sie verweist dabei auf
die Kriterien, auf die sich die Mitgliedstaaten (inklusive Deutschland)
verständigt hatten.
Darüber hinaus hat die EU-Kommission deutlich gemacht, dass
sie bei den Vorbereitungen für den Start des Emissionshandels
in der EU im kommenden Januar keine Verzögerungen hinnehmen
will. Sie hat deshalb rechtliche Schritte gegen jene Mitgliedstaaten
eingeleitet, die bei den erforderlichen Vorbereitungen nicht zügig
genug vorgehen. Dies sind z..B. Griechenland und Italien, die
ihre nationalen Zuteilungspläne noch nicht übermittelt
haben. In den Plänen muss die Zahl der Emissionszertifikate
festgelegt werden, die die Mitgliedstaaten an ihre Industrie vergeben
wollen.
Trotz der Kritik am deutschen Allokationsplan liegt die Bundesrepublik
mit ihrem Plan aber insgesamt "im Soll". Damit wird
sie ebenso wenig gemahnt wie Frankreich, Österreich und Schweden.
Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) begrüßte
die Genehmigung. Sie sei eine Bestätigung der ambitionierten
deutschen Klimaschutzpolitik. Damit werde der Weg frei für
die Zuteilung der Emissionszertifikate in Deutschland und der
Handel in Deutschland könne pünktlich zum 1.1. 2005
starten.
Nach Angaben des Bundesumweltministeriums (BMU) muss Deutschland,
um seine Verpflichtungen aus dem Klimaschutzprotokoll von Kyoto
zu erfüllen, 17 Millionen Tonnen Kohlendioxid bis 2012 einsparen.
Davon müssten Industrie und Energiewirtschaft 10 Millionen
beitragen. Die übrigen 7 Millionen Tonnen entfallen auf die
Sektoren Privathaushalte und Verkehr. Der Emissionshandel werde
der Industrie helfen, ihr Ziel kostengünstig zu erreichen
und bis zu 500 Mio. Euro sparen, so das BMU.
|