Abwässer der Nilkreuzschiffe düngen ägyptische
Felder
Mit den Abwässern der Kreuzfahrt-Touristen
auf dem Nil sollen künftig die Felder ägyptischer Bauern
bewässert und gedüngt werden.
(vv) - 230 Kreuzschiffe befahren zwischen Luxor und Assuan den
Nil. Die durchschnittliche Abwassermenge liegt bei 40 Tonnen pro
Schiff und Tag. In einer Pilotanlage wird derzeit getestet wie
Abwässer so geklärt werden können, dass sie anschließend
zur Bewässerung landwirtschaftlicher Nutzflächen eingesetzt
werden können. Das besondere daran: die Abwässer werden
in einer Weise geklärt, dass sie Felder "natürlich"
düngen, sich der Einsatz von Kunstdünger deutlich reduziert.
Dies teilte die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft
(DEG) in Köln am Montag mit.
Konzipiert, gebaut und betrieben wird die Anlage von zwei Unternehmen
aus Mecklenburg-Vorpommern, finanziell gefördert durch Mittel
der DEG. Die Pilotanlage besteht aus einem 1000 qm großen
Klärbeet, in dem die Abwässer von täglich zwei
Schiffen gereinigt werden können. Der Bodenfilter wird hauptsächlich
mit Schilf bepflanzt, das Phosphor, Nitrat und Stickstoff aufnimmt.
Da Nitrat und Phosphat in einer bestimmten Konzentration als Dünger
erwünscht ist, kann über die Dimensionierung der Anlage
und das Einstellen der Abwasserströme der Nährstoffgehalt
im Ablaufwasser reguliert und so eine optimale Qualität des
Bewässerungswassers für die Landwirtschaft erreicht
werden, so die DEG.
Auf einer 3000 qm Testfläche sollen Bäume, Blumen,
Gemüse und Obstpflanzen mit dem gereinigten Abwasser der
Nilschiffe bewässert werden. Die Anlage wird in unmittelbarer
Nähe des neuen Nilhafens in Luxor gleich neben der Tankstelle
errichtet, so dass die Schiffe sowohl zum Betanken aus auch zur
Abgabe des Abwassers erfolgen kann. Nach erfolgreicher zweijähriger
Pilotphase sind außer in Luxor Abwasserbehandlungsanlagen
an vier weiteren Anlegestellen zwischen Luxor und Assuan geplant.
98 Prozent Ägyptens sind Wüste. Die Lebensader Nil
versorgt Menschen und Landwirtschaft mit Wasser. Doch die verfügbaren
Wasserressourcen für wachsende ägyptische Bevölkerung
sinken, zudem nimmt die Qualität des Nilwassers durch Umweltverschmutzungen
ab.
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