Kritik an Verkehrsplanung des Bundes
Verkehrs- und Umweltverbände haben die Verkehrsplanung der Bundesregierung scharf kritisiert.
(vv) - Verkehrs- und Umweltverbände kritisierten scharf die am Mittwoch im Deutschen Bundestag verabschiedeten Ausbaugesetze für Fernstraßen und Schienenwege. Die Gesetze bedeuten nach Ansicht des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) einen Rückschritt in die "Betonsteinzeit der 50er Jahre". Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) nannte die Gesetze ökologisch und ökonomisch nicht tragfähig.
Mit dem neuen Bundesverkehrswegeplan werde eine wichtige Weichenstellung für eine umweltverträglichere Verkehrspolitik vorgenommen, meinte hingegen Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne). "Schon bei der Planung der Verkehrswege steht die ökologische Bewertung im Mittelpunkt. Projekte, die Naturschutzkriterien nicht standhielten, wurden geändert - oder gestrichen. Bei keinem Verkehrswegeplan zuvor flossen ökologische Belange so intensiv und so frühzeitig ein." Trittin begrüßte, dass künftig gleichwertig in Schienen- und Straßenverkehrsprojekte investiert werde.
Dies sieht Tilmann Heuser, Verkehrsexperte des BUND, anders: "Die Schienenfreundlichkeit von Rot-Grün steht nur auf dem Papier. Wenn mit einem leistungsfähigen Schienennetz attraktive Angebote für den Personen- und Güterverkehr entwickelt werden sollen, müssen die knappen Investitionsmittel dringend aufgestockt werden." Auch nach Ansicht des VCD ist die angestrebte Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene nicht mehr zu erreichen, wenn nur noch Straßen neu- und ausgebaut würden.
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