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- 23.06.2004 -

 

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Trittin will Lärmschutz an Flughäfen verbessern

Ein neues Fluglärmgesetz soll Flughafenanwohnern mehr Ruhe bringen. Auf die Flughäfen kämen Kosten in Höhe von 500 Mio. Euro zu.

(vv) - Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) Referentenentwurf für ein neues Fluglärmgesetz vorgelegt. Mit der Neufassung soll der Anspruch der Flughafenanwohner auf effektiven Lärmschutz gestärkt werden.

Der Entwurf sieht vor, dass die Betreiber der größeren zivilen und militärischen Flugplätze lärmbelasteten Anwohnern die erforderlichen baulichen Schallschutzmaßnahmen, vor allem den Einbau von Schallschutzfenstern, finanzieren müssen. Diese Pflichten sollen künftig für alle Verkehrsflughäfen gelten, aber auch für die großen Verkehrslandeplätze mit mehr als 25.000 Starts und Landungen im Jahr. Neben den zivilen Verkehrsflugplätzen erfasst der Gesetzentwurf auch die militärischen Flugplätze, an denen Flugzeuge mit Strahltriebwerken stationiert sind, und erstmals auch die Flugplätze der Bundeswehr und der Alliierten, an denen schwere propellergetriebene Transportflugzeuge mehr als 25.000 mal im Jahr starten und landen.

Aktuelle Schätzungen des Umweltbundesamtes gehen davon aus, dass mit dem Gesetz in den nächsten zehn Jahren Kosten in Höhe
rund 500 Mio. Euro auf die deutschen Verkehrsflugplätze zukommen und auf die militärischen
Flugplätze Kosten von rund 100 bis 200 Mio. Euro. Es wird geschätzt, dass sich Flugtickets um rund 1 bis 2 Euro verteuern.

Ruhe auch an Europas Himmel

Auch die EU-Kommission sagt dem Fluglärm den Kampf an. Einige mit EU-Fördermitteln unterstützte Forschungsprojekte zur Verringerung von Fluglärm und Kerosinverbrauch sind jetzt angelaufen. Das europaweite Lärmreduzierungsprogramm "SILENCE(R)" ist das größte dieser Projekte. Ein Konsortium von 51 Unternehmen testet neue Technologien mit dem Ziel, Flugzeuglärm bis 2008 durchschnittlich um 6 Dezibel zu reduzieren. Die EU trägt die Hälfte des Projektbudgets von 110 Millionen EUR. Geforscht wird an besonders leisen Triebwerken und lärmreduzierenden Flugzeugformen.

Lärm ist eine ernst zu nehmende Gesundheitsbelastung. Ein Drittel aller Europäer leidet unter schlafstörenden Lärmbelästigungen. Die jetzt gestarteten Studien suchen nach Angaben der EU-Kommission Wege zur Halbierung des Fluglärms am europäischen Himmel innerhalb des nächsten Jahrzehnts.

 

 Mehr Informationen:

BMU: Eckpunkte für ein neues Fluglärmgesetz (pdf)

EU-Kommission

vista verde: Flugverkehr - Lärm

 

 Lesen Sie auch:

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