Trittin will Lärmschutz an Flughäfen verbessern
Ein neues Fluglärmgesetz soll Flughafenanwohnern
mehr Ruhe bringen. Auf die Flughäfen kämen Kosten in
Höhe von 500 Mio. Euro zu.
(vv) - Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne)
Referentenentwurf für ein neues Fluglärmgesetz vorgelegt.
Mit der Neufassung soll der Anspruch der Flughafenanwohner auf
effektiven Lärmschutz gestärkt werden.
Der Entwurf sieht vor, dass die Betreiber der größeren
zivilen und militärischen Flugplätze lärmbelasteten
Anwohnern die erforderlichen baulichen Schallschutzmaßnahmen,
vor allem den Einbau von Schallschutzfenstern, finanzieren müssen.
Diese Pflichten sollen künftig für alle Verkehrsflughäfen
gelten, aber auch für die großen Verkehrslandeplätze
mit mehr als 25.000 Starts und Landungen im Jahr. Neben den zivilen
Verkehrsflugplätzen erfasst der Gesetzentwurf auch die militärischen
Flugplätze, an denen Flugzeuge mit Strahltriebwerken stationiert
sind, und erstmals auch die Flugplätze der Bundeswehr und
der Alliierten, an denen schwere propellergetriebene Transportflugzeuge
mehr als 25.000 mal im Jahr starten und landen.
Aktuelle Schätzungen des Umweltbundesamtes gehen davon
aus, dass mit dem Gesetz in den nächsten zehn Jahren Kosten
in Höhe
rund 500 Mio. Euro auf die deutschen Verkehrsflugplätze zukommen
und auf die militärischen
Flugplätze Kosten von rund 100 bis 200 Mio. Euro. Es wird
geschätzt, dass sich Flugtickets um rund 1 bis 2 Euro verteuern.
Ruhe auch an Europas Himmel
Auch die EU-Kommission sagt dem Fluglärm den Kampf an. Einige
mit EU-Fördermitteln unterstützte Forschungsprojekte
zur Verringerung von Fluglärm und Kerosinverbrauch sind jetzt
angelaufen. Das europaweite Lärmreduzierungsprogramm "SILENCE(R)"
ist das größte dieser Projekte. Ein Konsortium von
51 Unternehmen testet neue Technologien mit dem Ziel, Flugzeuglärm
bis 2008 durchschnittlich um 6 Dezibel zu reduzieren. Die EU trägt
die Hälfte des Projektbudgets von 110 Millionen EUR. Geforscht
wird an besonders leisen Triebwerken und lärmreduzierenden
Flugzeugformen.
Lärm ist eine ernst zu nehmende Gesundheitsbelastung. Ein
Drittel aller Europäer leidet unter schlafstörenden
Lärmbelästigungen. Die jetzt gestarteten Studien suchen
nach Angaben der EU-Kommission Wege zur Halbierung des Fluglärms
am europäischen Himmel innerhalb des nächsten Jahrzehnts.
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