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- 24.06.2004 -

 

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"Atmosfair": Fliegen mit grünem Gewissen

Bundesumweltminister Jürgen Trittin und der Leiter des UN-Umweltprogramms, Klaus Töpfer, starten eine neue Initiative zum klimabewussten Fliegen.

(vv) - Fliegen belastet das Klima wie keine andere Art der Fortbewegung. Aber nicht jeder kann oder will auf einen Flug verzichten, auch wenn er weiß, dass er damit zur Klimaerwärmung beiträgt. Manch umweltbewusster Fluggast wäre vielleicht zu einem freiwilligen finanziellen Ausgleich seines CO2-Kontos bereit, wenn es denn einen praktikablen Weg dazu gäbe. Ihnen kann jetzt geholfen werden, denn seit heute gibt es "atmosfair", eine Initiative zum klimaneutralen Fliegen, die von der Umweltorganisation Germanwatch, dem Forum Anders Reisen und der Firma 500ppm gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium entwickelt wurde. Die Aktion steht unter der Schirmherrschaft von Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) und Klaus Töpfer, dem Chef des Umweltprogramms der Vereinten Nationen UNEP. Beide stellten das Projekt am Dienstag in Berlin vor.

10 Euro für Flug nach Mallorca

Mit "atmosfair" kann jeder Fluggast berechnen, welche Menge an Klimagasen sein Flug verursacht und wie viel Euro es ihn kosten würde, diese Emissionen in gleicher Höhe anderswo einzusparen, etwa mit einem Beitrag zur Finanzierung konkreter Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern. So müssten beispielsweise die rund 560 Kilogramm Kohlendioxid (CO2), die jeder Passagier auf einem Hin- und Rückflug von Frankfurt nach Mallorca verursacht, mit 10 Euro ausgeglichen werden. Wer bei "atmosfair" mitmachen will, kann diesen Betrag entweder gleichzeitig mit seinem Flugticket über einen Reiseveranstalter des "forum anders reisen" bezahlen - oder direkt über die Homepage von "atmosfair" unter www.atmosfair.com.

Menschen das Fliegen nicht verleiden

Umweltminister Trittin: "Der Flugverkehr trägt erheblich zum Klimawandel bei und verzeichnet ein enormes Wachstum. Seit 1970 hat sich der internationale Flugverkehr knapp verfünffacht. Ich begrüße die atmosfair-Initiative, weil es ihr nicht darum geht, den Menschen das Fliegen zu verleiden, sondern weil sie ein Angebot schafft, die klimaschädlichen Folgen der eigenen Flugreise freiwillig zu kompensieren."

Trittin kündigte an, er beabsichtige, in einem Forschungsvorhaben in der Pilotphase die Dienstflüge des Bundesumweltministeriums und seiner nachgeordneten Behörden nach atmosfair-Standards durch Förderung von Klimaschutzprojekten im Ausland auszugleichen.

Gelder fließen in Klimaschutzprojekte

Die Gelder von "atmosfair" fließen in Klimaschutzprojekte in Indien und Brasilien. So unterstützt "atmosfair" die Ausrüstung von 10 Großküchen in Indien mit solarthermischen Anlagen. Bisher beziehen diese Küchen ihre Energie aus der umwelt- und gesundheitsbelastenden Verbrennung von Dieselöl oder Holz. Dank "atmosfair" würden der Atmosphäre nach der Umrüstung auf Sonnenenergie pro Jahr etwa 570 Tonnen CO2 erspart.

Alternative: Klimaticket von "MyClimate"

In ähnlicher Weise wie "atmosfair" arbeitet die Schweizer Initiative "MyClimate". Auch sie bietet eine Art Klimaausgleich für Flugreisen an. Die Buchung erfolgt über das Internet unter www.myclimate.org.

 


© ArtToday

10 Euro kostet der Klimaausgleich für einen Flug nach Mallorca.

 

 Mehr Informationen:

atmosfair

MyClimate

forum anders reisen

vista verde: Flugverkehr

 

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