vista verde SucheNewsThemenAktion

v i s t a   v e r d e   n e w s   -   W i r t s c h a f t   &   E n e r g i e



- 22.06.2004 -

 

  Nachrichten aus Umwelt und Natur täglich frei Haus - abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter:
 
 
[ mehr Infos ]


 

Erstmals Gentechnikspuren in der Milch gefunden?

Erstmals haben Wissenschaftler nach Informationen der Umweltorganisation Greenpeace in der Milch eines Landwirts Spuren von Gentechnik gefunden.

(vv) - Greenpeace veröffentlichte am Montag Untersuchungsergebnisse des Forschungszentrums für Milch und Lebensmittel in Weihenstephan (Bayern), die erstmals den Nachweis von gentechnischen Verunreinigungen in Milchproben erbringen. In der Milch eines Landwirtes, der Gen-Soja und Gen-Mais verfütterte, fanden Wissenschaftler Teile der Erbsubstanz dieser Pflanzen. Die Untersuchung wurde nach Angaben von Greenpeace drei Jahre unter Verschluss gehalten. Die Umweltschützer fordern jetzt weitere Studien und eine Kennzeichnung von tierischen Produkten, die mit Gen-Futter hergestellt wurden.

"Die Wissenschaftler haben anscheinend Angst vor den eigenen Ergebnissen. Was die Forschung bisher für unmöglich hielt, muss nun anders bewertet werden", sagte Henning Strodthoff, Gentechnikexperte von Greenpeace. Bisher wurde angenommen, dass Gen-Pflanzen bei der Verdauung abgebaut werden und nicht in Fleisch oder Milch gelangen. Nach der EU-Verordnung für gentechnisch veränderte Lebensmittel besteht keine Kennzeichnungspflicht für tierische Produkte. "Die Lücke in der Kennzeichnungsverordnung muss auf jeden Fall geschlossen werden", fordert Strodthoff.

In den analysierten Milchproben des Landwirtes konnte laut Greenpeace die Erbsubstanz von gentechnisch veränderter Roundup Ready-Soja und genmanipuliertem Bt176-Mais nachgewiesen werden. Zudem zeige der Untersuchungsbericht mehrere Möglichkeiten auf, wie die Gen-Abschnitte in die Milch gelangt sein könnten: über das Gen-Futter, das die Tiere bekommen haben oder den Staub des Futters, wenn die Luft damit belastet war. Bisher wurden keine weiteren Untersuchungen durchgeführt, um den genauen Weg der DNA-Fragmente in die Milch zu klären.

Milchindustrie widerspricht

Der Milchindustrie-Verband (MIV) widersprach der Darstellung der Umweltorganisation. Die von Greenpeace bezeichneten Einzeluntersuchungen würden von Wissenschaftlern abgelehnt.

Die Milchproben waren laut MIV unkontrollierte, privat gezogene Proben, die nicht Bestandteil einer wissenschaftlichen Studie waren. Anschließende wissenschaftlich kontrollierte Untersuchungen hätten keinerlei Hinweise auf den Übergang transgener DNA aus Bt-Mais in Milch ergeben.

 

 Mehr Informationen:

Greenpeace

 

 Lesen Sie auch:

Bundestag verabschiedet Gentechnik-Gesetz

Mehr Molkereien verzichten auf Gentechnik

Umfrage: Genmais nicht in deutschen Supermärkten

Alle Meldungen zum Thema: Gentechnik

 

 Werbung

zurück zur vorherigen Seite    nach oben

News: Seite 1 | Politik | Natur | Wissenschaft| Wirtschaft
Rubriken: Home | Suche | News | Themen | Aktion
vista verde: Impressum | Hilfe | Werbung

 

© vista verde 2004
Alle Rechte vorbehalten
Jede Vervielfältigung - auch auszugsweise - bedarf der Genehmigung