Hybrid-Fahrzeug zum umweltschonendsten Auto gekürt
Zum umweltschonendsten Auto hat der Verkehrsclub
Deutschland (VCD) in diesem Jahr den Toyota Prius mit einem spritsparenden
Hybridantrieb gekürt.
(vv) - Der VCD hat am Dienstag in Berlin die neue VCD Auto-Umweltliste
vorgestellt. Darin bewertet der ökologisch orientierte Verkehrsclub
über 300 aktuelle Automodelle aus Umweltsicht. Die entscheidenden
Kriterien: der verbrauchsabhängige Ausstoß des Treibhausgases
CO2 sowie Lärm- und Schadstoffwerte. Der neue Spitzenreiter
unter den umweltschonenden Autos ist der Toyota Prius, ein Familienauto
mit spritsparendem Hybridantrieb. Auf dem zweiten Platz folgt
wie im vergangenen Jahr der Daihatsu Cuore 1.0 Plus, ein kleiner
Benziner mit geringem Verbrauch und günstigem Preis. Der
Opel Corsa Eco 1.0 Twinport Ecotec Easytronic landet dank intelligenter
Antriebstechnik auf Platz drei.
Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: "Das
Ergebnis der diesjährigen VCD Auto-Umweltliste zeigt: Innovation
ist möglich auch in der Umwelttechnik! Mit neuen Antriebsarten
wie dem Hybrid, einer Kombination aus Benzin- und Elektromotor,
lassen sich spürbare Fortschritte für die Umwelt erzielen.
Vor allem im Stadtverkehr ist der Toyota Prius mit konkurrenzlos
niedrigem Verbrauch, Schadstoffausstoß und Lärm unterwegs."
"Deutsche Hersteller verschlafen den Fortschritt"
Bei den deutschen Autobauern herrsche dagegen Blockadementalität
in Sachen Spritspar- und Umwelttechnik vor. "Die deutschen
Hersteller verschlafen den Fortschritt bei der Einführung
des Hybridantriebes genauso wie schon beim Rußfilter",
kritisiert Lottsiepen. So verwundere es nicht, dass erstmals seit
1996 kein deutsches Auto mehr auf Platz eins der VCD Auto-Umweltliste
gelandet sei. Lottsiepen: "Das ist die Quittung für
eine falsche Produktpolitik!" Einzig Opel tue sich mit großem
Engagement bei der Erdgastechnik und verbrauchsarmen Varianten
des Corsa positiv hervor.

© Toyota Deutschland GmbH
Platz eins der diesjährigen VCD Auto-Umweltliste
belegt der Toyota Prius mit Hybridantrieb.
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Umfrage: Kunden wollen Autos mit geringem Verbrauch
Nach einer aktuellen Umfrage im Auftrag der Nachrichtenagentur
dpa will die Hälfte der Kunden Autos mit weniger als fünf
Liter Verbrauch. Das deute auf einen großen Absatzmarkt
für sparsame Modelle hin, wie sie bei den Benzinern derzeit
vor allem japanische Hersteller im Angebot hätten. Der Daihatsu
Cuore mit einem Durchschnittsverbrauch von 4,8 Litern sei bereits
für 8.000 Euro zu haben. Ähnlich günstig in Preis
und Verbrauch: der Suzuki Alto auf Platz fünf. Auch der Opel
Corsa Eco habe mit 4,8 Litern Verbrauch und einem Preis von rund
11.500 Euro gute Werte. "Diese sauberen, effizienten und
kostengünstigen Benziner sind eine echte Alternative für
umwelt- und preisbewusste Autokäufer", erklärt
Lottsiepen.
Diesel ohne Rußfilter nicht berücksichtigt
Zwar seien grundsätzlich verbrauchsarme Dieselfahrzeuge
geeignete Kandidaten für die Spitzenplätze der VCD Auto-Umweltliste,
allerdings nur, wenn sie mit dem gesundheitsschützenden Rußpartikelfilter
ausgestattet seien. Denn Dieselruß steht im verdacht Krebs
und Erkrankungen der Atemwege sowie des Herz-Kreislaufsystems
zu verursachen. Lottsiepen: "Diesel ohne Filter sind schmutzige
Technik von vorgestern, die in den nächsten Jahren schnell
an Wert verlieren wird. Aus Gründen des Gesundheits- wie
des Verbraucherschutzes müssen wir vom Kauf solcher Autos
dringend abraten. Sie tauchen deshalb in der diesjährigen
Gesamtbewertung gar nicht erst auf."
Deutsche Hersteller bremsen
Würden die ehemals wegweisenden Drei-Liter-Autos von VW
und Audi mit dem Rußfilter ausgestattet, könnten sie
wieder ganz vorn in der Liga der umwelt- und klimaschonenden Fahrzeuge
mitspielen, so der VCD. Doch statt nachzurüsten, bemühe
sich VW-Chef Pischetsrieder auch als Vorsitzender des europäischen
Automobilverbandes ACEA, anspruchsvolle Grenzwerte für Dieselruß
zu verhindern und die staatliche Förderung des Rußfilters
hinauszuzögern. "Die Bundesregierung muss unbedingt
beim geplanten Grenzwert von 2,5 Milligramm pro Kilometer für
Dieselruß bleiben", fordert Lottsiepen. Beim gestrigen
Spitzengespräch im Kanzleramt sei die Höhe des Grenzwertes
noch offen geblieben.
CO2-Grenzwert gefordert
Aus Sicht des VCD muss oberstes Ziel der Verkehrspolitik sein,
den Ausstoß von Treibhausgasen schnell zu senken, um dem
drohenden Klimakollaps zu begegnen. Beim Autoverkehr sei ein anspruchsvoller
Grenzwert für Kohlendioxid ein probates Mittel für mehr
Klimaschutz. "Spätestens ab 2007 brauchen wir ein klares
Signal für weniger Verbrauch mit einem CO2-Grenzwert von
120 Gramm pro Kilometer für Neufahrzeuge. Das entspricht
rund fünf Litern Verbrauch auf 100 Kilometern", erklärt
Lottsiepen. Zur Zeit liege der Durchschnittsverbrauch deutscher
Neufahrzeuge im Normtest noch bei 6,9 Litern. Lottsiepen: "Für
alle Neufahrzeuge, die den Grenzwert überschreiten, fordert
der VCD künftig eine CO2-Steuer."
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