Keine Einigung über Rußfilter
Bundeskanzler Schröder und die Automobilindustrie
haben bei dem Autogipfel in Berlin keine Entscheidung über
die umstrittenen Rußfilter für Dieselfahrzeuge getroffen.
(vv) - Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und der Verband
der Europäischen Automobilindustrie (ACEA) forderten die
Europäische Kommission zu einer schnellen Entwicklung der
der Euro V-Norm auf. Auf Basis dieser neuen europäischen
Abgasnorm soll dann die Förderung schadstoffarmer Autos geregelt
werden.
Das Aktionsbündnis "Kein Diesel ohne Filter",
zu dem sich mehrere Umweltorganisationen zusammengeschlossen haben,
hatte zuvor ein schnelle Entscheidung des Bundestags über
die Rahmenbedingungen der steuerlichen Förderung von Rußfiltern
für Diesel-Pkw ab 2005 gefordert. Schwere Vorwürfe richtete
die das Aktionsbündnis koordinierende Deutsche Umwelthilfe
(DUH) an die deutsche Automobilindustrie und insbesondere an VW-Vorstandschef
Pischetsrieder. Dieser wolle die Einführung des Partikelfilters
verzögern.
Darüber hinaus trete VW für höhere Grenzwerte
beim Dieselruß ein. Während sich Bundesumweltminister
Jürgen Trittin für den vom Berliner Umweltbundesamt
vorgeschlagenen Wert von 2,5 mg/km entschieden habe, wolle der
VW-Chef einen vier- bis fünfmal höheren Rußwert
von 10 bis 12,5 mg/km durchsetzen, wirft ihm die Deutsche Umwelthilfe
vor.
Auch der Naturschutzbund NABU forderte, Dieselrußfilter
flächendeckend einzuführen. Mit modernen Partikelfiltern
könne schon jetzt technisch eine drastische Reduzierung des
Ausstoßes krebserregender Rußpartikel um mehr als
90 Prozent erreicht werden, weshalb zurzeit kein Weg an der Einführung
dieser Technik vorbeiführe, so der NABU.
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