Aktionsprogramm für erneuerbare Energien
Mit einem umfangreichen Aktionsprogramm für
die Energiewende hin zu Sonne, Wind, Wasser und Biomasse ist die
internationale Konferenz für erneuerbare Energien in Bonn
zu Ende gegangen.
(vv) - "Die Konferenz war ein voller Erfolg", erklärten
Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) und Bundesentwicklungsministerin
Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) am Freitag. "Die Delegierten
haben gemeinsam ein Zeichen gesetzt für eine globale Energiewende
und für einen immensen Ausbau der Erneuerbaren Energien,
um so die weltweite Armut zu bekämpfen und das Klima zu schützen."
Deutschland habe mit der Zusage des Bundeskanzlers, weitere 500
Millionen Euro für Energieeffizienz und den Ausbau der erneuerbaren
Energien in Entwicklungsländern bereit zu stellen, einen
besonderen Beitrag zum Aktionsprogramm geleistet. Insgesamt sind
nach Angaben des Umweltministeriums etwa 165 freiwillige Aktionen
und Verpflichtungen für die Aufnahme in das Aktionsprogramm
eingereicht worden. Besonders ambitiöse Ziele stammten beispielsweise
von China, den Philippinen sowie der Weltbank und der Global Environment
Facility (GEF).
So plane China die Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien
an der installierten Gesamtenergieleistung auf 10 Prozent bis
2010. Der größte Teil soll aus kleinen Wasserkraftwerken
stammen. Rund 50 Mrd. wolle die chinesiche Regierung in Zusammenarbeit
mit anderen Akteuren hierfür aufbringen.
Der Finanzierungsfonds "Globale Umweltfazilität"
(Global Environment Facility, GEF) sagte zu, jährlich 100
Millionen US-Dollar einzusetzen, um Erneuerbare-Energien-Projekte
in Entwicklungsländern zu unterstützen. Dadurch sollen
Gesamtinvestitionen von ca. 500 Millionen US-Dollar pro Jahr ausgelöst
werden.
Die Weltbankgruppe hat angekündigt, die Zusagen im Bereich
erneuerbarer Energien und Energieeffizienz um jährlich 20%
in den nächsten fünf Jahren zu erhöhen. Damit wird
sich im Jahr 2010 die jährliche Unterstützung erneuerbarer
Energien und Energieeffizienz auf 400 Millionen US-Dollar belaufen,
was einer Verdoppelung der bisherigen Summe entspricht.
Die Beteiligung an dem Aktionsprogramm war freiwillig. Die Umsetzung
und Einhaltung soll aber im UN-Rahmen verbindlich kontrolliert
werden. Auch eine Nachfolgekonferenz ist geplant. Das Ausrichterland
steht noch nicht fest.

© WWF
Auf der "renewables 2004" in Bonn
besuchte Umweltminister Jürgen Trittin auch die "Erneuerbare
Energien-Landschaft" des WWF.
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Umweltorganisationen ziehen überwiegend
positive Bilanz
Umweltorganisationen haben eine überwiegend positive Bilanz
gezogen. Nach Einschätzung des WWF war die Konferenz "ein
energiepolitischer Lichtblick". Die verabschiedete politische
Deklaration sei ein klares Bekenntnis für eine Energiewende
und mache deutlich, dass das Umschalten von fossilen auf erneuerbare
Energien machbar und von der internationalen Staatengemeinschaft
erwünscht sei.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sprach
von einem "Ruck in Richtung globale Energiewende". Nach
Einschätzung von Greenpeace müssen die meisten Industrieländer
aber noch weit mehr tun. Auch seien in Bonn noch nicht genug an
finanziellen Mitteln in Aussicht gestellt worden.
Auch der WWF zeigte sich von den Ankündigungen der Weltbank,
im Gegensatz zu den Zusagen aus Fernost, enttäuscht. "Die
Pläne sind für eine Organisation, die sich als Vorreiter
der globalen Entwicklungspolitik versteht, eher bescheiden",
so der WWF. Nach wie vor fließe der Löwenanteil der
Finanzmittel in fossile Energien.
Der Deutsche Naturschutzring (DNR) zeigte sich zufrieden mit
den Ergebnissen der Bonner Konferenz. Nach Auffassung von DNR-Generalsekretär
Helmut Röscheisen stehen die großen Herausforderungen
in der Energiepolitik jedoch erst noch bevor. "Die Bundesregierung
kann bei der in den nächsten Jahren anstehenden Erneuerung
des konventionellen Kraftwerkparks zeigen, dass sie es ernst meint
mit der Energiewende." Eine bloße Modernisierung von
Kohlekraftwerken führe in die falsche Richtung, weil dadurch
die vorhandene Energiestruktur mit Vorrang der konventionellen
Energien auf Jahrzehnte hin festgeschrieben werde.
Mehr Informationen:
renewables
2004
vista verde: Erneuerbare
Energien
Der aktuelle Medienspiegel zur Konferenz:
Financial Times Deutschland: Öl
muss noch teurer werden
sueddeutsche.de: 150
Staaten wollen saubere Energie fördern
taz: Nicht
nur small ist beautiful
Frankfurter Rundschau: Am
Ende einer langen Nacht
Frankfurter Rundschau: Münchener
Rück wirbt für Erneuerbare Energien
Frankfurter Rundschau: Lernfähiger
Sonnenkönig
FAZ.NET: Die
Solargeneration will Taten sehen
Frankfurter Rundschau: Weibliche
Energie
taz: Der
Kanzler setzt auf heiße Luft
Monitor: Rot-Grüne
Klimapolitik: Wie vorbildlich ist Deutschland wirklich?
taz: "Eure
erneuerbare Energie ist Öko-Kolonialismus"
DIE ZEIT: Erdöl:
Lunte an der Weltwirtschaft
DIE ZEIT: Erdöl:
Für ein paar Barrel mehr
Frankfurter Rundschau: Die
Armen setzen auf Erneuerbare Energien
taz: Versagt
Rot-Grün als ökologischer Erneuerer, Herr Hennicke?
W wie wissen: Windenergie:
Flopp oder Chance?
W wie wissen: Strom
aus Silage und Gülle
FAZ.NET: "Das
Zeitalter der erneuerbaren Energien beginnt"
nano: Neue
Energien braucht das Land
taz: Brennpunkt:
Energiekonferenz "Renewables 2004"
tagesschau.de: Renewables:
Aufbruch in die Nachhaltigkeit?
Deutsche Welle: Dossier
zur Konferenz
Deutschlandfunk: Schwerpunkt
"Erneuerbare Energien"
e.velop: Erneuerbare
Energien: Chancen für die Dritte Welt
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