Startschuss für erstes Sonnen-Großkraftwerk in Spanien
Die Erlanger Firma Solar Millennium will noch
in diesem Jahr mit dem Bau des ersten solarthermischen Großkraftwerks
in Spanien beginnen.
(vv) - Solar Millennium hat ein Rahmenabkommen mit der Schott-Rohrglas
GmbH über den Bezug von so genannten Receivern für die
beiden ersten solarthermischen Großkraftwerke in Europa,
der AndaSol-Projekte, unterzeichnet. Dies teilte das Unternehmen
im Rahmen der internationalen Konferenz für Erneuerbare Energien
am Donnerstag in Bonn mit. Die Receiver seien eine Schlüsselkomponente
für die geplanten solarthermischer Parabolrinnen-Kraftwerke.
Durch den Bau dieser ersten beiden solarthermischen Großkraftwerke,
der AndaSol-Projekte, entstehe in Andalusien der größte
Solarkraftwerksstandort der Welt. Noch in diesem Jahr soll mit
dem Bau des ersten von zunächst zwei 50 Megawatt Parabolrinnen-Kraftwerken
begonnen werden. Ab 2006 soll allein dieses Kraftwerk 180.000
Menschen mit umweltfreundlichem Solarstrom versorgen. Solare Wärmespeicher
erlaubten eine planbare Stromproduktion auch in den Nachtstunden.
In solarthermischer Parabolrinnen-Kraftwerken wird die Sonnenstrahlung
durch rinnenförmige Spiegel 80-fach auf die Receiver konzentriert.
Dabei wird eine Wärmeträgerflüssigkeit auf ca.
400° C erhitzt und in einem Wärmetauscher zu Dampf gewandelt,
der eine Turbine zur Stromerzeugung antreibt.
Die ParabolrinnenKraftwerkstechnologie hat nach Angaben
von Solar Millennium ihre hohe Zuverlässigkeit in Kalifornien
längst eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Bis heute hätten
allein die neun kommerziellen Kraftwerke in der Mojave Wüste
die Hälfte des weltweit eingespeisten Solarstroms erzeugt
und dabei 1,6 Mrd. US-Dollar erwirtschaftet.
Die Potenziale für solarthermische Kraftwerke im Sonnengürtel
der Erde sind nach Angaben der Firma riesig: Solarthermische Kraftwerke
könnten ein Exportschlager werden. Eine Studie des Europäischen
Verbands der Solarthermischen Kraftwerksindustrie (ESTIA) und
Greenpeace zeige ausserdem, dass in diesem Bereich 200.000 neue
Arbeitsplätze allein bis zum Jahr 2020 entstehen könnten.
2040 soll die Technologie größere Beiträge zur
Weltstromerzeugung als heute die Wasserkraft oder Kernenergie
leisten. Bereits in rund 10 Jahren könne die Technologie
konkurrenzfähig mit fossil gefeuerten Mittelllastkraftwerken
sein.
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