Schröder fordert neue Energiepolitik
Bundeskanzler Schröder hat ein Ende der
Öl-Abhängigkeit und eine globale Energiewende hin zu
einer stärkeren Nutzung erneuerbarer Energien gefordert.
(vv) - Die aktuelle Entwicklung der Erdölpreise belegt,
wie dringend eine globale Umorientierung der Energiepolitik auf
erneuerbare Energien ist. Dies erklärte Bundeskanzler Gerhard
Schröder (SPD) am Donnerstag in seiner Rede bei der "renewables
2004", der Weltkonferenz für erneuerbare Energien in
Bonn. Von der Konferenz solle ein klares Signal für den weltweiten
Ausbau der Energiegewinnung aus Sonnen-, Wind- und Wasserkraft
ausgehen. Ziel sei es, die Abhängigkeit der Energieversorgung
vom Öl langfristig zu verringern.
Deutschland erhöht Hilfen für Entwicklungsländern
Die Bundesregierung will die Hilfen für erneuerbare Energien
und Energieeffizienz weiter erhöhen. Bundeskanzler Schröder
kündigte an, dass die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit
der Kreditanstalt für Wiederaufbau zinsverbilligte Darlehen
für Investitionen in Entwicklungsländern mit einem Volumen
von bis zu 500 Millionen Euro vergeben werde. Auf dem Weltgipfel
für nachhaltige Entwicklung im Jahr 2002 in Johannesburg
hatte Schröder bereits zugesagt, dass Deutschland im Rahmen
der Entwicklungs-Zusammenarbeit innerhalb von fünf Jahren
500 Millionen Euro für erneuerbare Energien und weitere 500
Millionen Euro für die Steigerung der Energieeffizienz investieren
wird.
Umweltverbände begrüßen Schröders
Aussagen
Die deutschen Umweltverbände haben die Aussagen Schröders
zu einer weltweiten Energiewende begrüßt und dazu weitere
konkrete Schritte auf nationaler und internationaler Ebene gefordert.
"Der Weg in eine neue Energiezukunft ist offen, aber noch
nicht frei", sagte der Präsident des Deutschen Naturschutzrings
(DNR), Hubert Weinzierl.
Greenpeace: Abschlusserklärung droht zu
verwässern
Die Umweltorganisation Greenpeace befürchtet jedoch, dass
die Abschlusserklärung der Bonner Konferenz, über die
die Minister und Delegierten am Donnerstag noch verhandeln, zu
verwässern droht. Vor allem die USA und die Erdöl exportierenden
Länder versuchten, eine aussagekräftige Abschlusserklärung
zu verhindern. So wollten sie beispielsweise nicht einmal unterschreiben,
dass Erneuerbare Energien eine wichtige Energiequelle der Zukunft
sind. Andere Länder wie etwa Australien versuchen nach Angaben
von Greenpeace, neue Kohlekraftwerke als "erneuerbar"
zu verkaufen.
"Jetzt ist besonders die EU gefordert", sagte Sven
Teske, Energieexperte von Greenpeace. "Sie muss sich dafür
einsetzen, dass die Abschlusserklärung ein konkretes Ziel
formuliert: 20 Prozent Erneuerbare Energie bis 2020."
Energiewende hat friedensfördernde Dimension
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) betonte
angesichts hoher Energiepreise, einer zunehmenden Rohölverknappung
und des daraus resultierenden Konfliktpotenzials die friedensfördernde
Dimension einer neuen Energiepolitik. Dies habe auch Bundeskanzler
Schröder in seiner Rede herausgestellt.
Mehr Informationen:
renewables
2004
Video-Übertragung der Konferenz
vista verde: Erneuerbare
Energien
Der aktuelle Medienspiegel zur Konferenz:
Frankfurter Rundschau: Die
Chancen erneuerbarer Energien
FAZ.NET: Die
Solargeneration will Taten sehen
taz: Der
Kanzler setzt auf heiße Luft
Monitor: Rot-Grüne
Klimapolitik: Wie vorbildlich ist Deutschland wirklich?
taz: "Eure
erneuerbare Energie ist Öko-Kolonialismus"
DIE ZEIT: Erdöl:
Lunte an der Weltwirtschaft
DIE ZEIT: Erdöl:
Für ein paar Barrel mehr
Frankfurter Rundschau: Die
Armen setzen auf Erneuerbare Energien
taz: Versagt
Rot-Grün als ökologischer Erneuerer, Herr Hennicke?
W wie wissen: Windenergie:
Flopp oder Chance?
W wie wissen: Strom
aus Silage und Gülle
FAZ.NET: "Das
Zeitalter der erneuerbaren Energien beginnt"
nano: Neue
Energien braucht das Land
taz: Brennpunkt:
Energiekonferenz "Renewables 2004"
tagesschau.de: Renewables:
Aufbruch in die Nachhaltigkeit?
Deutsche Welle: Dossier
zur Konferenz
Deutschlandfunk: Schwerpunkt
"Erneuerbare Energien"
e.velop: Erneuerbare
Energien: Chancen für die Dritte Welt
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