Experte: "Klima-Gipfel gab es genug"
Zum Auftakt der Konferenz für Erneuerbare
Energien "renewables 2004" hat die Klimaschutzorganisation
"Germanwatch" eine breite Koalition angeregt.
Hamburg (vv) - "Germanwatch"-Experte Christoph Bals
forderte im Gespräch mit dem ARD-Nachrichtenportal "tagesschau.de"
die Selbstverpflichtung möglichst vieler Bonner Konferenz-Teilnehmerstaaten
auf einen höheren Anteil an erneuerbaren Energien. Es solle
regelmäßig überprüft werden, ob die Selbstverpflichtung
eingehalten werde.
"Was wir brauchen, ist ein funktionierender Prozess und
kein einmaliger Gipfel. Davon hatten wir genug in der Vergangenheit",
so Bals mit Blick auf das festgefahrene Klimaabkommen von Kyoto.
"Wenn es gelingt, für Kyoto auf diese Weise einen 'By-Pass'
zu legen, könnte das in Zukunft auch in anderen Politikbereichen
gelingen. Dann ist die Konferenz ein Erfolg gewesen."
Besondere Bedeutung hat nach Bals Worten die Entwicklung in China.
Sollte es dort ein Gesetz zu den erneuerbaren Energien geben,
wäre dies ein "riesiger Durchbruch", da die Preise
für die Technologien der erneuerbaren Energien "dadurch
schnell nach unten gedrückt werden".
"Fossile ins Museum"
Unter dem Motto "Fossile ins Museum - die Zukunft ist erneuerbar"
warben Umweltorganisationen zum Auftakt der Konferenz für
einen schnellen Abschied von der Stromerzeugung auf Basis von
Kohle, Öl und Erdgas und für einen Umstieg auf erneuerbare
Energien.
"Über die veralteten Dinosaurier der fossilen Energieversorgung
werden sich künftige Generationen im Museum wundern",
sagte Angelika Zahrnt vom Bund für Umwelt und Naturschutz
Deutschland (BUND). "Und sie werden sich fragen, warum es
so lange gedauert hat, bis die klimaschädlichen Energiequellen
durch moderne umweltfreundliche Technologien zur Stromerzeugung
abgelöst wurden." Die Umweltstiftung WWF forderte die
EU auf, ihren Anteil an erneuerbaren Energien bis 2020 auf 25
Prozent erhöhen.
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