Neue Studien befürworten Biomasse
Die Biomasse hat das Zeug zur neuen Nummer eins
der Regenerativen Energien, sagen zwei neue Studien.
(jkm) - Biomasse könnte bis zum Jahr 2030 gut 14 Prozent
des deutschen Energiebedarfs decken. Zu diesem Schluss kommt eine
vom Bundesumweltministerium geförderte Studie unter Leitung
des Darmstädter Öko-Instituts. Die Nutzung von Holzabfällen,
anderen Reststoffen und gezielt angebauten Pflanzen könnte
demnach Klima und Natur schützen und gleichzeitig über
200.000 Arbeitsplätze schaffen.
Ähnliche Resultate liefert eine Untersuchung des WWF und
der Vereinigung der europäischen Biomasseindustrie (AEBIOM).
Demnach könnten die OECD-Länder sogar bis 2020 etwa
15 Prozent ihrer Stromgewinnung von Kohle auf Biomasse umstellen.
Dies würde den jährlichen Kohlendioxidausstoß
um eine Milliarde Tonnen senken, schätzt die Naturschutzorganisation.
Bei der Verbrennung von Biomasse wird Kohlendioxid freigesetzt,
der beim Pflanzenwachstum aus der Luft aufgenommen wurde und beim
natürlichen Abbau des Materials wieder in die Atmosphäre
gelangt wäre. Zudem könnte aus bislang ungenutzten Abfällen
und Reststoffen ähnlich viel Energie gewonnen werden wie
aus einem nachhaltigen Anbau von "Energiepflanzen",
glauben Uwe Fritsche, Forscher am Öko-Institut, und seine
Kollegen.
"Die Politik hat die enormen Potenziale der Biomasse bislang
vernachlässigt", so Claudia Kunz vom WWF angesichts
der nächste Woche beginnenden Internationalen Konferenz für
Erneuerbare Energien in Bonn. Die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes
sei jedoch ein Schritt in die richtige Richtung. Auch die Forscher
des Öko-Institutes halten eine konsequentere Nutzung der
vorhandenen Potenziale und Flächen für angebracht. In
diesem Falle könnten in 25 Jahren 16 Prozent des Stroms,
10 Prozent der Wärme und 15 Prozent des Treibstoffs für
Kraftfahrzeuge aus Biomasse stammen.
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