Europa hinkt bei Erneuerbaren Energien hinterher
Bei der Förderung Erneuerbaren Energien
hinken die EU-Staaten deutlich hinter ihren selbst gesteckten
Zielen hinterher.
(vv) - Die 15 alten EU-Mitglieder müssten rasch handeln,
wenn bis 2010 ein gutes Fünftel des gesamten Stromverbrauchs
durch erneuerbare Energien gedeckt werden solle, mahnte EU-Verkehrskommissarin
Loyola de Palacio am Mittwoch in Brüssel. Für 2010 hatte
die EU sich das Ziel gesetzt, den Verbrauch von Elektrizität
aus erneuerbaren Energiequellen auf 22% und den Anteil erneuerbarer
Energiequellen insgesamt auf 12% zu erhöhen. Bis 2001 habe
der Anteil erneuerbarer Energien 6 % erreicht (zum Vergleich:
der Anteil von Öl beträgt 40 %, der von Erdgas 23 %,
der von festen Brennstoffen 15 % und der von Kernkraft 16 %).
Nur wenige Mitgliedstaaten hätten bislang einen attraktiven
Rahmen für erneuerbare Energiequellen geschaffen. Angesichts
der mageren Ergebnisse forderte die Kommission die Mitgliedstaaten
auf, das Erreichen der Ziele bis 2010 durch geeignete Maßnahmen
sicherzustellen.
Mit den bestehenden nationalen Maßnahmen würden die
15 alten EU-Mitglieder bis 2010 voraussichtlich nur einen Anteil
der erneuerbaren Energien von 18-19% am Gesamtstromverbrauch erreichen,
statt wie geplant 22%. Bundesumweltminister Jürgen Trittin
(Grüne) stellte die Spanierin aber ein gutes Zeugnis aus:
Nur Deutschland, Dänemark, Spanien und Finnland befänden
sich auf dem richtigen Kurs.
"Diese Mitteilung kommt im richtigen Moment, da Europa mit
einem neuerlichen Ölpreisanstieg konfrontiert ist und Maßnahmen
zur Verringerung der Treibhausgasemissionen trifft. Noch haben
die Mitgliedstaaten die Zeit, ihre Politik zu ändern, so
dass sich die erneuerbaren Energien etablieren können",
erklärte de Palacio.
Windkraft eilt voraus
Bis 2010 wird voraussichtlich doppelt soviel Windkraftkapazität
installiert sein, als ursprünglich prognostiziert wurde.
Die europäische Windkraftindustrie sei bei der Windkrafttechnik
weltweit führend und habe einen Weltmarktanteil von 90%.
Trotz des raschen Wachstums decke die Windkraft aber nur rund
2,4 % des Stromverbrauchs der EU. Außerdem konnte das starke
Wachstum bei der Windkraft die langsame Entwicklung neuer Biomassekapazitäten
nicht ausgleichen. Die Kommission fordert daher u.a., den Erfolg
der Windkraft auf die übrigen EU-Staaten zu übertragen
sowie den Ausbau der Biomasseenergie zu fördern.
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