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- 25.05.2004 -

 

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Mehr Molkereien verzichten auf Gentechnik

Immer mehr Molkereien wollen nach einer Umfrage der Umweltorganisation Greenpeace ihre Milchkühe ohne genmanipulierte Pflanzen füttern.

(vv) - 31 von 67 befragten deutschen Molkereien erklärten, bereits jetzt oder zukünftig Futter ohne genmanipulierte Pflanzen für ihre Milchkühe zu verwenden. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage, die Greenpeace gemeinsam mit Molkereien und Landwirten am Dienstag in München präsentierte.

Die Umfrage unter Molkereien wurde für die vierte Auflage des Greenpeace-Ratgebers "Essen ohne Gentechnik" durchgeführt, die ebenfalls am Dienstag erschien. Die aktuelle Haltung von 450 Lebensmittelherstellern zu Gentechnik im Essen und in Futtermitteln wird darin für Verbraucher aufgelistet. Von den ersten drei Auflagen wurden laut Greenpeace bereits über eine Million Exemplare verteilt. Die meisten Hersteller wollten keine Lebensmittel anbieten, die Gentechnik enthalten. Doch 80 Prozent aller Gen-Saaten gelangten über den Futtertrog in die Nahrungskette.

"Unsere Umfrage zeigt, dass inzwischen knapp die Hälfte der befragten Molkereien keine Gentechnik mehr an Milchkühe verfüttern will", sagt Greenpeace Gentechnikexperte Christoph Then in München. "Das ist ein wichtiger Erfolg für Greenpeace und die Verbraucher. Nun müssen endlich auch andere Hersteller von Milchprodukten erklären, keine Gen-Pflanzen mehr zu verfüttern, wenn sie nicht das Vertrauen der Verbraucher verlieren wollen."

Greenpeace wirft vor allem dem Milchkonzern Müllermilch und der zur Unternehmensgruppe gehörenden Molkerei Weihenstephan vor, nicht auf gentechnikfreies Futter umstellen zu wollen. Die Müller-Gruppe erklärte hingegen, für ihre Produkte kämen keine gentechnisch veränderten Zutaten oder Verfahren zum Einsatz.

Laut dem Verband der Milchindustrie kann der Einsatz von gentechnisch veränderten Komponenten in der Tierfütterung aufgrund der derzeitigen Marktlage und Verfügbarkeit bei den weltweit gehandelten proteinreichen Futtermitteln grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden. Eine "gentechnikfreie Fütterung" sei, falls überhaupt möglich, auf Nischen beschränkt.

Nach Meinung von Greenpeace kann hingegen jederzeit auf eine Fütterung ohne Gen-Pflanzen umgestellt werden, es gebe ausreichend Anbieter gentechnikfreier Sojabohnen. Aus einem Gutachten der Universität Kassel im Auftrag von Greenpeace gehe zudem hervor, dass die Milchwirtschaft nicht auf Soja angewiesen sei, da andere Futtermittel zur Verfügung stünden.

 

 Mehr Informationen:

Greenpeace-Ratgeber "Essen ohne Gentechnik"

 

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