Mehr Molkereien verzichten auf Gentechnik
Immer mehr Molkereien wollen nach einer Umfrage
der Umweltorganisation Greenpeace ihre Milchkühe ohne genmanipulierte
Pflanzen füttern.
(vv) - 31 von 67 befragten deutschen Molkereien erklärten,
bereits jetzt oder zukünftig Futter ohne genmanipulierte
Pflanzen für ihre Milchkühe zu verwenden. Dies ist das
Ergebnis einer Umfrage, die Greenpeace gemeinsam mit Molkereien
und Landwirten am Dienstag in München präsentierte.
Die Umfrage unter Molkereien wurde für die vierte Auflage
des Greenpeace-Ratgebers "Essen ohne Gentechnik" durchgeführt,
die ebenfalls am Dienstag erschien. Die aktuelle Haltung von 450
Lebensmittelherstellern zu Gentechnik im Essen und in Futtermitteln
wird darin für Verbraucher aufgelistet. Von den ersten drei
Auflagen wurden laut Greenpeace bereits über eine Million
Exemplare verteilt. Die meisten Hersteller wollten keine Lebensmittel
anbieten, die Gentechnik enthalten. Doch 80 Prozent aller Gen-Saaten
gelangten über den Futtertrog in die Nahrungskette.
"Unsere Umfrage zeigt, dass inzwischen knapp die Hälfte
der befragten Molkereien keine Gentechnik mehr an Milchkühe
verfüttern will", sagt Greenpeace Gentechnikexperte
Christoph Then in München. "Das ist ein wichtiger Erfolg
für Greenpeace und die Verbraucher. Nun müssen endlich
auch andere Hersteller von Milchprodukten erklären, keine
Gen-Pflanzen mehr zu verfüttern, wenn sie nicht das Vertrauen
der Verbraucher verlieren wollen."
Greenpeace wirft vor allem dem Milchkonzern Müllermilch
und der zur Unternehmensgruppe gehörenden Molkerei Weihenstephan
vor, nicht auf gentechnikfreies Futter umstellen zu wollen. Die
Müller-Gruppe erklärte hingegen, für ihre Produkte
kämen keine gentechnisch veränderten Zutaten oder Verfahren
zum Einsatz.
Laut dem Verband der Milchindustrie kann der Einsatz von gentechnisch
veränderten Komponenten in der Tierfütterung aufgrund
der derzeitigen Marktlage und Verfügbarkeit bei den weltweit
gehandelten proteinreichen Futtermitteln grundsätzlich nicht
ausgeschlossen werden. Eine "gentechnikfreie Fütterung"
sei, falls überhaupt möglich, auf Nischen beschränkt.
Nach Meinung von Greenpeace kann hingegen jederzeit auf eine
Fütterung ohne Gen-Pflanzen umgestellt werden, es gebe ausreichend
Anbieter gentechnikfreier Sojabohnen. Aus einem Gutachten der
Universität Kassel im Auftrag von Greenpeace gehe zudem hervor,
dass die Milchwirtschaft nicht auf Soja angewiesen sei, da andere
Futtermittel zur Verfügung stünden.
|