Energieversorger ohne Strategie für Klimawandel
Viele Energieversorger haben laut einer aktuellen
Studie noch keine Strategie für den Klimawandel.
(vv) - Viele Energieversorger haben noch keine Strategie für
den Klimawandel. Dies ist eines der Ergebnisse der Studie "Supply
Essentials: Utilities Global Survey 2004", die die Unternehmensberatung
PricewaterhouseCoopers jetzt vorgestellt hat. In der Studie wurden
178 Führungskräfte von Energieversorgern in aller Welt
interviewt.
Laut der Studie wollen die Unternehmen ihr Umwelt-Engagement
in den nächsten Jahren stärker kommunizieren. Jedoch
können derzeit nur 43 Prozent der befragten Unternehmen eine
komplette oder zumindest teilweise Strategie vorweisen, wenn es
um das Thema Klimawandel geht. In Europa sind es sogar nur 41
Prozent der Konzerne (2003: 58 Prozent). 26 Prozent der Unternehmen
weltweit (Europa: 22 Prozent) gaben an, gar keine Strategie für
den Klimawandel zu haben.
Die wachsende Bedeutung der Schadstoffreduzierung bei der Stromerzeugung
akzeptieren inzwischen die meisten Versorgungsunternehmen in aller
Welt: 65 Prozent von ihnen stehen dem bevorstehenden Emissionshandel
positiv gegenüber und erachten ihn als "positiv für
das Geschäft". In Europa teilt dagegen nur etwas mehr
als die Hälfte (56 Prozent) der befragten Unternehmen diese
Auffassung. Als Grund für die Zurückhaltung in Europa
wird die Unsicherheit über zukünftige Emissionsrechte
und die gesetzlichen Rahmenbedingungen genannt.
Stromausfälle größte Sorge der
Energieversorger
Nach den großen Stromausfällen von New York, London
und Mailand im vergangenen Jahr ist die Furcht vor weiteren Störungen
bei den Energieunternehmen in aller Welt gestiegen. Für 65
Prozent der Versorgungsunternehmen steht die Sicherheit der Stromversorgung
an erster Stelle. Im Vorjahr rangierte das Thema Sicherheit noch
auf dem vierten Platz. In Europa rechnen 91 Prozent der Versorger
künftig mit regelmäßigen Ausfällen. Verstärkt
wird diese Sorge durch den wachsenden globalen Energiebedarf,
der umfangreiche Investitionen in bestehende und neue Leitungsnetze
und in die Stromerzeugung erfordert.
Gas weitet seinen Anteil im Energie-Mix aus
Die Studie macht auch auf die Veränderungen im Energie-Mix
der europäischen Versorger aufmerksam. Gas weitet demnach
seinen Anteil als Energielieferant im Vergleich zur Kohle weiter
aus: Werden Kraftwerke in Europa heute noch zu 31 Prozent mit
Kohle und zu 27 Prozent mit Gas betrieben, so wird sich dieses
Verhältnis in zehn Jahren zu Gunsten von Gas (dann 31 Prozent)
gegenüber Kohle (dann 24 Prozent) wandeln.
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