Flugverkehr ohne Impulse für den Umweltschutz
Das Umweltbundesamt fordert wirksame Maßnahmen,
um die Umweltauswirkungen des Flugverkehrs zu begrenzen.
(vv) - Aus Anlass der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung
(ILA) in Berlin diskutierte das Umweltbundesamt (UBA) mit Vertretern
von Umwelt- und Verkehrsbehörden, Flughäfen, Luftverkehrsgesellschaften
und Forschungsinstituten verschiedener europäischer Länder,
wie die bislang eher vernachlässigten Umweltschutzaspekte
im Flugverkehr besser zu berücksichtigen seien.
Troge: durchgreifende Maßnahmen dringend
erforderlich
Der Präsident des UBA, Andreas Troge sagte dazu: "Aus
Gründen des Umweltschutzes ist die Entwicklung des Flugverkehrs
mit Sorge zu betrachten. Der Flugverkehr wächst wieder jährlich
um rund fünf Prozent. Wir rechnen in den nächsten 20
Jahren noch einmal mit einer Verdopplung der Verkehrsleistung.
Das macht durchgreifende Maßnahmen zum Schutz des Klimas
durch die steigenden Flugverkehrsemissionen dringend erforderlich.
Wir brauchen wirksame Maßnahmen, um die Umweltauswirkungen
des Flugverkehrs zu begrenzen. Nur wenn der Flugverkehr auch für
die durch ihn verursachten Umweltkosten aufkommt, kann hier der
Weg zu mehr Nachhaltigkeit beschritten werden."
Umweltprobleme spielen auf der Messe keine Rolle
Debatten zur Nachhaltigkeit oder zur stark wachsenden Umweltproblematik
des Flugverkehrs spielten bei ILA 2004 keine Rolle, so das UBA.
Dabei sie der Flugverkehr bislang kein nachhaltiger Verkehrsträger.
Umweltaspekte würden zuwenig berücksichtigt. Die technologischen
Verbesserungen würden durch den Zuwachs beim Flugverkehr
mehr als kompensiert, die Folge: Die klimarelevanten Emissionen
stiegen weiter an.
Umweltkosten dem Verursacher anlasten
Aus Sicht des UBA muss daher ein Rahmen geschaffen werden, in
dem die Umweltkosten durch den Flugverkehr nach dem Verursacherprinzip
ermittelt und dem Nutzer angelastet werden. Mögliche Instrumente
hierfür seien Abgaben oder die Einbeziehung des Flugverkehrs
in den Emissionshandel.
30 Millionen Menschen von Fluglärm betroffen
Während auf der ILA neue Großflugzeuge von einem weiter
wachsenden Flugverkehr kündeten, wachse die Klimabelastung
stetig und liege neuesten Ergebnissen zufolge möglicherweise
bei deutlich über fünf Prozent am gesamten, vom Menschen
verursachten Treibhauseffekt. Die Luftqualität in den Flughafenbereichen
verschlechtere sich und rund 30 Millionen Menschen seien von Fluglärm
betroffen, klagt das Umweltbundesamt.
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