Studie: Erneuerbare Energien können Hälfte des Bedarfs
decken
Deutschland kann bis 2050 rund die Hälfte
seines Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen decken und zugleich
rund drei Viertel der gesamten Treibhausgasemissionen einsparen.
(vv) - Dies ist das Ergebnis einer Studie, die im Auftrag des
Bundesumweltministeriums in dreijähriger Arbeit vom Deutschen
Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Stuttgart, dem ifeu-Institut,
Heidelberg, und dem Wuppertal-Institut erstellt wurde. "Selbst
wenn wir einige Sparten der erneuerbaren Energien mit Rücksicht
auf Natur und Landschaft nicht überall nutzen: Das Potenzial
der erneuerbaren Energien in Deutschland ist insgesamt so groß,
dass dieser Verzicht ehrgeizige Ausbauziele nicht gefährdet",
sagte Bundesumweltminister Jürgen Trittin am Mittwoch bei
der Vorstellung der Studie in Berlin.
Bereits mittelfristig, so die Wissenschaftler, lohne es sich
aus volkswirtschaftlicher Sicht, auf Energieeinsparung, die Steigerung
der Energieeffizienz und den Ausbau der erneuerbaren Energien
zu setzen. Denn die meisten erneuerbaren Energien würden
in rund 20 Jahren kostengünstiger sein als konventionelle
Energien.
"Ehrlichere Preise" gefordert
Voraussetzung seien allerdings "ehrlichere Preise"
im Energiebereich. Heute müssten die neuen Anlagen der erneuerbaren
Energien mit alten, betriebswirtschaftlich praktisch abgeschriebenen
Altanlagen der fossilen und atomaren Energieerzeugung konkurrieren.
Klimaschäden und Umweltrisiken, die gesellschaftlichen Folgekosten
dieser Altanlagen, würden hingegen nicht in die Strompreise
eingehen.
"Dieses Marktversagen ist die Hauptursache für die
jetzt erforderlichen Vorleistungen zum Aufbau selbsttragender
Märkte erneuerbarer Energien. Deshalb bestätigt diese
Studie zugleich, dass wir mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz
und unseren Initiativen zu Forschung, Entwicklung und Markteinführung
Erneuerbaren Energien auf dem richtigen Weg sind", betonte
Trittin. Er appellierte an den Bundesrat, der Novellierung des
Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) am Freitag zuzustimmen.
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