Greenpeace: Saubere Energie nach China exportieren
Gegen den Export von Atomtechnik und für
den Ausbau Erneuerbarer Energien demonstrierten Greenpeace-Aktivisten
beim Besuch des chinesischen Ministerpräsidenten.
(vv) - Die Umweltschützer bauten dazu einen 20 Meter langen
und zwei Tonnen schweren Originalflügel eines Windrades vor
dem Wirtschaftsministerium in Berlin auf. Bundeskanzler Gerhard
Schröder (SPD) besuchte heute gemeinsam mit dem chinesischen
Ministerpräsidenten Wen Jiabao und Siemens-Chef Heinrich
von Pierer das Hochtechnologie-Dialogforum im Wirtschaftsministerium.
Greenpeace forderte den Bundeskanzler auf, sich nach dem geplatzten
Geschäft mit der Hanauer Plutoniumfabrik nun dafür einzusetzen,
dass Deutschland Hochtechnologie für Erneuerbare Energien
nach China exportiere.
"Deutschland hat erstklassiges Know-how für Erneuerbare
Energien - und China hat erstklassige geographische Voraussetzungen",
sagte Greenpeace-Energieexpertin Susanne Ochse. "Darüber
sollte Kanzler Schröder mit dem chinesischen Ministerpräsidenten
sprechen, anstatt China beim Ausbau der Atomenergie zu unterstützen."
Bislang gewinne China seinen Strom hauptsächlich aus Kohle,
der Einstieg in andere Energieformen stehe noch am Anfang.
Dabei seien beispielsweise die Innere Mongolei und die Pazifikküste
ideale Standorte für Windkraftanlagen. Nach einer gemeinsamen
Studie der Europäischen Windenergie Vereinigung (EWEA) und
Greenpeace könne China bis zum Jahre 2020 rund 80.000 Windkraftanlagen
installieren - das entspräche der Stromerzeugung von rund
50 chinesischen Atomkraftwerken.
Im Dezember 2003 war bekannt geworden, dass China die alte Siemens-Atomfabrik
Hanau kaufen will. In Deutschland hatte dies umgehend einen breiten
Protest ausgelöst. Daraufhin hatte China in der vergangenen
Woche überraschend signalisiert, kein Interesse mehr an dem
Geschäft zu haben.
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